Di, 18. September 2018

Kehrtwende?

04.07.2018 20:06

USA schlagen totalen Verzicht auf Autozölle vor

Nach der Verhängung von Strafzöllen auf Aluminium- und Stahlimporte aus Europa und der Drohung, auch Einfuhrzölle auf Autos und Autoteile von 20 Prozent einzuführen, kommen nun offenbar erste versöhnliche Töne aus den USA. Am Mittwoch trafen zahlreiche deutsche Automanager mit dem US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, zusammen. Im Zuge dieses im Vorfeld geheim gehaltenen Termins hat Grenell laut einem Zeitungsbericht folgenden Lösungsvorschlag unterbreitet: Die USA könnten komplett auf Autozölle verzichten, wenn auch Europa auf solche verzichte.

Grenell habe erklärt, er sei von seinem Präsidenten Donald Trump beauftragt worden, eine Lösung mit Deutschland und der EU zu suchen, berichtete das deutsche „Handelsblatt“ unter Berufung auf Teilnehmerkreise. Demnach habe Grenell erklärt, die USA seien bereit zu einer Null-Lösung, also zu einem Komplett-Verzicht der USA auf Autozölle, wenn auch Europa darauf komplett verzichte.

US-Botschafter: „Wir sollten dieses Momentum nützen“
An dem Treffen nahmen der Zeitung zufolge unter anderem Daimler-Chef Dieter Zetsche, BMW-Chef Harald Krüger und VW-Chef Herbert Diess sowie auch namentlich nicht genannte Chefs großer Autozulieferer teil. In dem Gespräch soll Grenell von einem „Momentum“ gesprochen haben, das es zu nutzen gelte.

Eine Sprecherin des deutschen Wirtschaftsministeriums wollte den Bericht nicht kommentieren. In Handelsfragen ist allerdings die EU alleiniger Verhandlungspartner, die einzelnen Mitgliedsstaaten wie Deutschland können keine Einzelabsprachen treffen.

Autoimporte eine Bedrohung der Sicherheit der USA?
US-Präsident Trump argumentiert im Handelsstreit mit ungerechten Handelsbarrieren in Europa. Derzeit fallen bei Pkw-Importen aus der EU in die USA 2,5 Prozent Zoll an. Die EU erhebt hingegen zehn Prozent Zoll für importierte US-Autos. Im Mai hatte die US-Regierung eine Untersuchung auf den Weg gebracht, ob die Autoimporte eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellten. In dem Fall könnte sie Strafmaßnahmen verhängen. Die Zeit drängt, denn Ende Juli soll der Untersuchungsbericht vorliegen.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.