Lake-Louise-Abfahrt

Schweizer Cuche siegt vor Heel ++ Walchhofer 4.

Sport
29.11.2009 12:10
Der Schweizer Didier Cuche hat am Samstag die erste Weltcup-Abfahrt der Saison in Lake Louise gewonnen. Er siegte in 1:51,31 Minuten vor dem Italiener Werner Heel (+0,44 Sekunden) und seinem Landsmann Carlo Janka (+0,62). Bester der schwer geschlagenen ÖSV-Abfahrer war Michael Walchhofer (+0,67), der um 5/100 am Stockerl vorbeifuhr und auf Rang vier landete. Überschattet war das Rennen von einem fürchterlichen Sturz des US-Amerikaners T.J. Lanning.

Walchhofer, Verteidiger im Abfahrtsweltcup, hatte allerdings großes Pech, denn wenige Minuten vor seinem Start war die dritte Schnalle am linken Skischuh gebrochen. Dem Servicemann gelang es nicht mehr, dies zeitgerecht zu reparieren, der Läufer musste praktisch ohne Startvorbereitung ins Rennen.

Nach toller Zwischenzeit viel Zeit verloren
"Eine blöde Geschichte. Es ist die wichtigste Schnalle am ganzen Schuh, ohne sie hat man nicht so den Halt, wie man sich das wünschen würde. Es gelang nur noch, die Schnalle runter zu tun und es zuzupicken. Ich habe es dann mit Routine versucht, aber der Cuche, der Teufel, der ist heute sauber gut gefahren, aber wir werden ihn heuer schon noch packen", versprach Walchhofer, der nach hervorragender oberer Zwischenzeit viel verloren hatte, weil der Druck auf den Ski fehlte. "Für diese Umstände bin ich mit der Fahrt zufrieden."

"Richtiges Lake-Louise-Wetter. Wenn alle gleich schlechte Sicht haben, gewinnt der Beste", hatte Walchhofer vor der Abfahrt gemeint. Dies traf dann für die ersten 24 Läufer auch zu, nach dem Sturz von Lanning und der dadurch bedingten langen Unterbrechung wurde die Sicht etwas besser, am Resultat ganz an der Spitze änderte sich aber nichts mehr.

Järbyn wird mit Nummer 55 noch Siebenter
Zur Freude von Cuche natürlich, der gehofft hatte, dass es fair bleibt. Und den Lauf von Patrick Järbyn (Startnummer 55), den mit 40 Jahren Ältesten im Feld, noch abwarten wollte. Gut so, wurde der Schwede doch Siebenter. Von seiner eigenen Leistung war Cuche ob des schlechten zweiten Trainings ein wenig überrascht: "Die Korrekturen, die ich machen wollte, sind mir aufgegangen. Ich habe meine Linie umgestellt, bin nicht so hart, sondern mehr mit Gefühl gefahren."

Cuche jetzt auch Favorit für Super-G
Und natürlich ist Cuche jetzt auch für den Super-G am Sonntag optimistisch ist: "Ich wusste nicht ganz, wie ich beinander bin in der Abfahrt. Aber wenn es in der Abfahrt und im Riesen gut geht, sollte es auch im Super-G gut gehen." Mit Schaudern hatte sich Cuche wie das Gros der Fahrer im Zielraum umgedreht, als die Bilder vom Lanning-Sturz noch einmal eingespielt wurden. "Es tut mir leid für T.J., er ist schon so oft verletzt worden", sagte der Schweizer. Für Lanning war es das erste Weltcup-Rennen seit 24. Jänner in Kitzbühel gewesen, als er in der Abfahrt gestürzt war und sich das Kreuzband im Knie gerissen hatte.

Fürchterlicher Sturz von Lanning
Das erste Speedrennen des noch jungen Weltcup-Winters hat mit dem US-Amerikaner T.J. Lanning auch den ersten Schwerverletzten gebracht. Der 25-jährige wurde nach einem fürchterlichen Sturz mit Beinverletzungen ins Spital geflogen. Lanning hatte bei einer Geschwindigkeit von rund 130 km/h bei einem Tor eingefädelt und war nach einer 200 bis 300 Meter langen Sturzphase zum Liegen gekommen. Es hatte ihm das linke Bein komplett verdreht, der Sportler schrie vor Schmerzen. Nach der länger dauernden, doch durchorganisiert wirkenden Erstversorgung wurde der US-Fahrer mit dem Helikopter abtransportiert.

Miller und Svindal im geschlagenen Feld
"Ich schau da gleich wieder weg. Es weiß jeder, wie weh so was tun kann", sagte Klaus Kröll, der außerhalb der Top Ten unmittelbar vor Romed Baumann zweitbester Österreicher geworden war. Sehr unzufrieden war er mit seiner Fahrt. "Das war ziemlich schlecht, ich bin oben gleich bei den zwei Kurven nicht auf Zug, nicht ins Fahren gekommen. Im mittleren Teil hat das Timing nie gepasst." Die drei Langzeitverletzten Mario Scheiber, Andreas Buder und Hans Grugger, die ihr Comeback gaben, landeten sogar außerhalb der Punkteränge. Ebenfalls im geschlagenen Feld waren der US-Amerikaner Bode Miller und der Norweger Akel Lund Svindal zu finden.

Cuche führt im Gesamtweltcup
Mit dem Erfolg in Kanada hat Cuche, der auch den Riesentorlauf in Sölden für sich entschieden hatte, wieder die Führung im Gesamtweltcup übernommen und hält bei zwei Siegen in drei Rennen.

Endklassement des Rennens:

Rang

Name

Nation

  Zeit

1.

CUCHE Didier

SUI

1:50.31 Min.

2.

HEEL Werner

ITA

1:50.75

3.

JANKA Carlo

SUI

1:50.93

4.

WALCHHOFER Michael

AUT

1:50.98

5.

HOFFMANN Ambrosi

SUI

1:51.07

6.

KUCERA John

CAN

1:51.12

7.

JÄRBYN Patrik

SWE

1:51.25

8.

DIXON Robbie

CAN

1:51.30

9.

GRÜNENFELDER Tobias

SUI

1:51.33

10.

OLSSON Hans

SWE

1:51.34


Weiter:



14.

KRÖLL Klaus

AUT

1:51.50

15.

BAUMANN Romed

AUT

1:51.53

16.

DEFAGO Didier

SUI

1:51.57

18.

KOSTELIC Ivica

CRO

1:51.62

29.

MILLER Bode

USA

1:52.42

31.

BÜCHEL Marco

LIE

1:52.43

33.

SVINDAL Aksel Lund

NOR

1:52.51

40.

SCHEIBER Mario

AUT

1:52.75

47.

BUDER Andreas

AUT

1:53.04

48.

STREITBERGER Georg

AUT

1:53.09

56.

GRUGGER Hans

AUT

1:53.42

57.

SCHEIBER Florian

AUT

1:53.52

57.

RAICH Benjamin

AUT

1:53.52

59.

FRANZ Max

AUT

1:53.55

62.

GRUBER Christoph

AUT

1:53.96

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(Bild: KMM)



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