So, 24. Juni 2018

„Krone“-Interview:

01.04.2018 10:00

Platter will Natur- oder Nationalpark für Tirol

LH Günther Platter ist am Mittwoch in sein 11. Jahr als Landeshauptmann von Tirol gestartet. Nach Eduard Wallnöfer ist er jetzt schon der längstdienenden Tiroler Landeschef, im Herbst dürfte er - nach dem Rückzug von Häupl und Niessl - dann auch die Nummer 1 unter Österreichs Landeshauptleuten sein. Im „Krone“-Gespräch erklärt er, warum er sich für die Fortsetzung von Schwarz-Grün entschieden hat und dass er sich einen Natur- oder Nationalpark im Zentralraum wünscht.

„Wer Gutes bewahren will, der muss viel verändern!“ Das ist das Motto von LH Günther Platter. Den Mut zur Veränderung hat er bereits 2013 bewiesen: Damals hat er die Roten erstmals in der Geschichte der 2. Republik aus der Tiroler Landesregierung geschmissen. Und dafür gab es gute Gründe: Die SPÖ hat bei der letzten Sitzung - in der Causa Agrargemeinschaften - gegen den Koalitionspartner gestimmt. Ein No-Go, das die Genossinnen und Genossen auf die sehr harte Oppositionsbank manövrierte. Nach der letzten Wahl hätte die SPÖ die einmalige Chancen gehabt, wieder in die Regierung zurück zu kehren (und die ÖVP hatte ernste und ehrliche Absichten), doch die Tiroler SP-Chefin Elisabeth Blanik hat sich dank ihres „Verhandlungsgeschickes“ selbst aus dem Rennen genommen. Ob aus reinem Egoismus oder im Sinne der Partei - darüber scheiden sich die Geister. In und außerhalb der SPÖ!

Tiroler Blauen war für Platter nie ein Thema
Und nachdem die Tiroler Blauen für Platter nie eine ernsthafte Option waren, kam es zur Neuauflage von Schwarz-Grün. „Die Tiroler Volkspartei arbeitet seit 70 Jahren Tag für Tag daran, für die Tirolerinnen und Tiroler einen Vorsprung zu erreichen, der ihnen diese Zukunft sichert. Seit fünf Jahren begleiten uns die Tiroler Grünen als verlässlicher Koalitionspartner auf diesem Weg. Die letzten fünf Jahre waren gute Jahre für unser land. Und nach intensiven, aber durchaus auch kontroversiellen Verhandlungen, sind unsere beiden Parteien zum Entschluss gekommen, diesen Weg der Verlässlichkeit, Stabilität und Kontinuität fünf weitere Jahre zusammen zu gehen“, sagt LH Platter zur „Krone“.

Vollbeschäftigung und Chancengleichheit
Die Ziele für die nächsten fünf Jahre: Modernisierung vorantreiben, eine Vollbeschäftigung erreichen, die Herausforderungen im Bereich Verkehr und leistbares Wohnen anpacken, die Chancengerechtigkeit zwischen den Regionen und den Generationen fördern, Tirol als Kunst- und Kulturland stärken, und den Wirtschafts-, Industrie und Tourismusstandort Tirol weiterentwickeln. „Wir möchten den nachfolgenden Generationen ein Land übergeben, das ihnen alle Möglichkeiten bietet“, sagt Platter. Ein Tirol der Chancen statt der Schulden. Ein Land, das modern und weltoffen ist, aber zugleich seine Wurzeln und Traditionen bewahrt. Ein Land, in dem die Wirtschaft wächst und die Natur geschützt wird.

Kein Naturpark gegen Willen der Bevölkerung
Apropos Natur: LH Günther Platter wünscht sich einen Natur- oder Nationalpark im Zentralraum, sprich im Großraum Innsbruck. Die Bewerbung dafür ist ab sofort eröffnet. „Wir sind nun gespannt, wie die Regionen auf diesen Vorschlag reagieren werden und ich bin mir sicher, dass einige daran interessiert sind. Klar ist für mich, dass ein solcher Park nur mit Zustimmung und voller Unterstützung der Region umgesetzt werden kann“, sagt Platter abschließend.

Markus Gassler
Markus Gassler

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