Fr, 19. Oktober 2018

Katastrophe verhindert

16.03.2018 07:12

Kleiner Held: Bub (11) sah Brand und schlug Alarm

Mit Tränen in den Augen stellten am Donnerstag Freunde Kerzen und Blumen für den bei einem Wohnungsbrand am Linzer Negrelliweg ums Leben gekommenen Peter T. (56) auf. Die Trauer bei den Nachbarn ist groß. Lob gibt es für den elfjährigen Harun, der das Feuer entdeckt und damit vielleicht eine noch größere Katastrophe verhindert hat.

„Peters tragischer Tod bewegt in unserer Siedlung jeden“, sagt Nachbarin Brigitte Redlinger. Die 69-Jährige, die den gelernten Installateur von Geburt an gekannt hatte, konnte in der Nacht auf Donnerstag kaum Schlaf finden. „Der Brand und die Todesnachricht haben mich so aufgewühlt, dass ich bis 3 Uhr früh kein Auge zugebracht habe.“ Der Mutter des Toten, Erna T. (75), hat sie bereits ein Billet mit Beileidsbekundungen zukommen lassen: „Sie tut mir aufrichtig leid.“

Keine Fremdeinwirkung
Der 56-jährige Peter T., dessen Leichnam – wie berichtet – Feuerwehrleute am Mittwochnachmittag beim Löscheinsatz in dessen elterlichen Wohnung gefunden haben, war in der Nachbarschaft beliebt. Den Brand dürfte er selbst verursacht haben, darauf deutet auch das Ergebnis der gerichtsmedizinischen Obduktion hin. „Es war keine natürliche Todesursache, doch Fremdeinwirkung ist auszuschließen“, sagt LKA-Chef Gottfried Mitterlehner.

Ausbreitung verhindert
„Der Nachbar war immer sehr freundlich, wenn man ihn zufällig im Hof getroffen hat – er hat dort gern an seinem Motorrad herumgeschraubt“, erzählt Safedin Kahrimanovics aus dem Nebenhaus. Sein Sohn Harun (11) war es, der das Feuer in der Wohnung im zweiten Stock gesehen, sofort Alarm geschlagen und eine Ausbreitung des Brandes verhindert hat – siehe Interview. „Hut ab vor dem Buben, der Harun hat super reagiert“, lobt Brigitte Redlinger.

„Krone“:Ihr Sohn hat den austretenden Rauch gesehen und sofort Alarm geschlagen.
Safedin Kahrimanovics:
Der Harun war gerade auf dem Heimweg von der Schule. Im Park vor unserem Wohnhaus hat er in Richtung unserer Wohnung geschaut. Dabei ist ihm aufgefallen, dass aus den Fenstern im zweiten Stock – der Wohnung von Peter T. – dunkle Rauchschwaden austraten.

Was ist dann passiert?
Er ist sofort losgerannt, um uns von der Beobachtung zu berichten.

Dabei hat es ein kleines Missgeschick gegeben.
Ja, denn bei seinem Lauf über die Stiegen ist er gestolpert und hingefallen – er hat sich die Knie angeschlagen, doch das hat den Harun nicht gestoppt. Er ist zu uns reingestürmt und hat geschrien, „Papa, Papa – da brennt’s“. Wir haben die Feuerwehr gerufen.

Ihr Sohn hat damit verhindert, dass sich der Brand ausbreitet.
Er hat einfach völlig richtig gehandelt.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner

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