Wie berichtet, fanden die Ermittler im Peugeot von Walter Z. (50) ein Kuvert, auf dem „Testament“ steht. Dieses darf von den Kriminalisten nicht geöffnet, sondern muss der Familie übergeben werden. „Es ist schwer leserlich hingekritzelt – so, als ob der Kollege es in großer Eile knapp vor dem Wahnsinn hingefetzt hat“, berichtet Oberst Christian Martinz vom Landespolizeikommando Kärnten.
Das Wort „Kollege“ wiegt für Martinz schwer. Immerhin war der Mörder seit Jahrzehnten bei der Exekutive; niemand kann sich erklären, was der Auslöser für den Amoklauf war. Am Dienstag hätte der 50-jährige Beamte mit dem untadeligen Lebenslauf seinen ersten Dienst nach einem Urlaub versehen sollen.
Polizist führte Doppelleben
„Wir gehen davon aus, dass es sich um ein Beziehungsdrama handelt“, so Martinz. Die Hintergründe sind kompliziert: Inspektor Walter Z. hatte scheinbar seit Jahren ein Doppelleben geführt: Am Posten Metnitz ein geachteter Polizeibeamter, in seinem Wohnhaus in Grades ein unauffälliger Familienvater zweier Kinder, verheiratet mit Gattin Christine. Doch Walter Z. hatte auch eine Affäre mit Helga K., der Mutter des Mordopfers.
Die Frau hatte sich bereits vor Monaten von ihrem Gatten getrennt, seit drei Tagen war die Scheidung offiziell. Helga K. und Ferdinand K. (47) waren damit kein Ehepaar mehr.
Ferdinand K. hätte der gehörnten Ehefrau des Polizisten von der Liebschaft erzählt. „Darum sollte er wohl sterben“, glauben die Ermittler. Gekannt haben sich Täter und Opfer nicht. Oberst Christian Martinz vom Landespolizeikommando: „Der Täter fuhr zum Bauernhof von Ferdinand K. und feuerte siebenmal durch die Verglasung der Haustüre.“ Von den Schüssen getroffen, sackten Ferdinand K. schwer verletzt und Sohn Ferdinand jun. tödlich getroffen zusammen. Der Jugendliche wurde von vier Schüssen getroffen. Eine Kugel in die Brust war tödlich.
Sein Vater überlebte schwerst verletzt. Martinz: „Er liegt auf der Intensivstation. Bis wir ihn einvernehmen können, wird es wohl Wochen dauern.“ Ob dem Todesschützen bewusst war, dass er einen völlig unschuldigen 17-Jährigen auf dem Gewissen hatte, bleibt wohl für immer unklar: Er richtete sich im Garten vor dem Haus mit der alten Gendarmerie-Dienstpistole selbst.









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