12.10.2009 00:52 |

Tod im Wahllokal

Mord überschattet Kommunalwahl in Portugal

Schüsse im Wahllokal, Bestürzung in ganz Portugal: Ein Mord hat am Sonntag die Kommunalwahl überschattet. Ein Kandidat der Sozialistischen Partei von Ministerpräsident Jose Socrates (Bild) habe laut Medienberichten im Dorf Ermelo im Norden des Landes den Ehemann seiner politischen Gegnerin kurz vor Öffnung der Wahllokale erschossen.

Die Wahl im 800-Einwohner-Dorf Ermelo wurde den Angaben zufolge ausgesetzt. Der mutmaßliche Täter sei auf der Flucht, hieß es. "Er hat das Wahllokal betreten und ohne ein Wort zu sagen sofort auf den Ehemann der Bürgermeisterin geschossen", sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Lusa.

Dritter Urnengang binnen kurzer Zeit
Die Kommunalwahlen sind nach den Europawahlen im Juni und den Parlamentswahlen vor zwei Wochen bereits der dritte Urnengang binnen kurzer Zeit. 9,5 Millionen Portugiesen waren aufgerufen, ihre Vertreter in 308 Städten und Gemeinden neu zu bestimmen. In den meisten Gemeinden wurde nach letzten Umfragen ein Zweikampf zwischen der sozialdemokratisch ausgerichteten PS, der Sozialistischen Partei, und der konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD) erwartet.

Bei den Parlamentswahlen hatte die PS von Socrates zwar mit 36,5 Prozent gewonnen, die 2005 erstmals errungene absolute Mehrheit aber deutlich verfehlt. Socrates sagte, er wolle erst nach den Kommunalwahlen über die Bildung einer Minderheitsregierung sprechen.

Costa bleibt Bürgermeister von Lissabon
In der Hauptstadt Lissabon hat Amtsinhaber Antonio Costa von der PS den Urnengang Prognosen zufolge gewonnen. Der 48-Jährige erhielt laut verschiedenen Fernsehsendern am Sonntag zwischen 43 und 48 Prozent der Stimmen und damit deutlich mehr als sein konservativer Herausforderer Pedro Santana Lopes. Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, Porto, setzte sich mit dem konservativen Rui Rio der Amtsinhaber durch.

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