Gehäufte Attacken
Mit Laserpointer ins Cockpit: Piloten schlagen Alarm
Die Deutsche Luftsicherung spricht von 20 Vorfällen in den letzten drei Wochen auf den Flughäfen Berlin, Stuttgart, Saarbrücken, Köln, Hamburg, Bremen und Düsseldorf. Allein in Berlin gab es seit Ende September vier solcher Vorfälle, berichtet das Luftfahrtbundesamt laut einem "Focus"-Artikel.
Im Landeanflug sei es besonders gefährlich, wenn Piloten auf solche Weise geblendet werden. 99 Prozent der Landeanflüge werden nämlich auch heute noch ohne einen Autopiloten durchgeführt.
Die Polizei geht davon aus, dass Jugendliche für die Aktionen verantwortlich sind, zumal in Berlin kürzlich eine 15-Jährige gefasst wurde. "Sie stand am Balkon und wollte es aus Spaß einfach mal ausprobieren", wird ein Polizeisprecher zitiert. Das Mädchen muss jedoch keine allzu große Strafe befürchten, weil ihr "Haushalts-Laserpointer" keinen ernsthaften Schaden anrichten hätte können.
Verkauf von starken Laserpointern erlaubt
Anders lauten da Pilotenberichte, wonach in letzter Zeit auch grüne, wesentlich stärkere Laserstrahlen den Weg in Cockpits gefunden hätten. Es handle sich dabei um "echte Waffen", die einen Piloten auch mehrere Sekunden blenden könnten.
Die Flugzeugkapitäne kritisieren die Rechtslage in Deutschland. Es sei zwar verboten, im Umkreis von 1,5 Kilometern um einen Flugplatz Scheinwerfer oder andere "optische Lichtsignalgeräte" in Betrieb zu nehmen. Das helfe aber nicht viel, wenn stärkere Laserpointer mit einer Leistung von über einem Milliwatt in Deutschland ganz normal im Handel erhältlich sind, obwohl die Benutzung im Freien ohne eine entsprechende Genehmigung verboten ist.
Bis zu 50.000 Euro Strafe
Laut Bundesluftwehramt gibt es jährlich etwa 600 Fälle weltweit, in denen Piloten von Laserpointern geblendet werden und dies dann auch melden. In Deutschland drohen bis zu 50.000 Euro Strafe in Bezug auf das Leucht-Verbot um Flughäfen. Laut Polizei kommt der Delikt dem Werfen eines Steins von einer Autobahnbrücke gleich. "Das ist ein Verbrechenstatbestand", so ein Polizeisprecher.











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