Fr, 20. Juli 2018

Teestube in Innsbruck

28.02.2018 12:04

Letzte Zufluchtsorte für Obdachlose bei Eiseskälte

Frierende Obdachlose wärmen sich in der Innsbrucker Teestube auf. Doch nicht alle finden Platz, für sie geht die Suche weiter.

Die Teestube ist eine von drei offiziellen Anlaufstellen in Innsbruck. Allesamt sind in Tagen wie diesen überlaufen. Die Nerven bei Besuchern liegen blank, wie ein Lokalaugenschein zeigte. Die Notschlafstellen, die rund 300 Betten in Innsbruck bieten, schließen in der Regel untertags, die Bewohner müssen „ausschwärmen“.

Doch wohin? In der Innenstadt sind Obdachlose nicht gern gesehen, es gibt Alkohol- und Bettelverbote. Wer in den offiziellen Einrichtungen keinen Platz findet, sucht Unterschlupf in Einkaufszentren oder am Bahnhof.  Mit dem „Kältetelefon“ von Stadt Innsbruck, Caritas und TSD wird Hilfe für von der Kälte Betroffene koordiniert:  0512 5360 1272.

Obdachlosen-Einrichtungen sollen längere Öffnungszeiten einführen, fordert der Tiroler Caritas-Direktor Georg Schärmer. Im Krone-Interview erklärt er warum.

Kronenzeitung Tirol: In Innsbruck gibt es drei offizielle Anlaufstellen für Obdachlose untertags, ist das Angebot ausreichend?

Schärmer: Es gibt tagsüber bei extremer Kälte mehrere Anlaufstellen. In Innsbruck sind es drei – die Teestube, betreut vom Verein für Obdachlose, die Katharina-Stube der Barmherzigen Schwestern und Caritas sowie die Mentlvilla der Caritas.

Wäre es aus Ihrer Sicht sinnvoll, die Notschlafstellen auch untertags zu öffnen, wenn Extrembedingungen wie derzeit herrschen?

Meines Wissens halten die Notschlafstellen an extrem kalten Tagen auch untertags ihre Tore offen.

Wie schaut das Angebot in den Bezirken bzw. Bezirksstädten Tirols aus?

In Lienz ist derzeit ein Angebot in Vorbereitung – in Schwaz gibt es ein Angebot (Teestube) – sonst ist uns in den Bezirken leider nichts bekannt. Es gibt also noch Luft nach oben.

Was wäre Ihr Wunsch an die neu gewählte Regierung, was die Obdachlosenbetreuung betrifft?

In Innsbruck haben wir ein gutes Netz an Angeboten. Jedoch gehören die Öffnungszeiten erweitert. Ein aktuelles Ansuchen von Stadt und Caritas liegt beim Land. 

 krone.at
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