Sa, 23. Juni 2018

Über Flüchtlingsrouten

20.02.2018 13:50

205.000 Menschen kamen 2017 illegal in die EU

Wie die Grenzschutzagentur Frontex am Dienstag bekannt gab, sind im Jahr 2017 insgesamt 205.000 Menschen illegal über die Flüchtlingsrouten in die Europäische Union eingereist. Im Vergleich zu 2016 bedeutet dies einen Rückgang von rund 60 Prozent. Auf der westlichen Mittelmeerroute von Afrika nach Spanien wurde hingegen ein Anstieg der Migrantenzahlen registriert.

2016 seien es rund 511.000, während der Migrationswelle 2015 sogar rund 1,8 Millionen Menschen gewesen, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri. Mit mehr als 80 Prozent sei der Rückgang nun auf der östlichen Mittelmeerroute über die Türkei nach Griechenland am deutlichsten.

Die EU hatte im März 2016 einen Flüchtlingspakt mit der Türkei geschlossen. Nicht zuletzt sorgte die vom damaligen Außenminister und nunmehrigen Bundeskanzler Sebastian Kurz initiierte Schließung der Balkanroute für eine Beruhigung der Lage.

Anstieg auf westlicher Mittelmeerroute
Auch auf der zentralen Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien sei die Zahl der illegal Eingereisten seit Sommer rückläufig. Über diesen Weg kamen jedoch noch immer fast 120.000 Menschen. Gestiegen sei die Zahl der illegalen Grenzübertritte außerdem auf der westlichen Mittelmeerroute. "Spanien ist jetzt unter hohem Druck", sagte Leggeri.

Kickl für Fortsetzung der Grenzkontrollen
Was die Situation in Österreich und Deutschland, den Haupzielländern vieler Flüchtlinge, betrifft, haben Bayern und Österreich Mitte Februar beschlossen, die Grenzkontrollen beizubehalten. Bis Mai läuft die derzeitige Regelung noch, dann müsste die EU-Kommission einer Verlängerung der Maßnahme zustimmen. Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) betonte in diesem Zusammenhang: "Solange die europäischen Außengrenzen nicht genügend geschützt sind, müssen die Binnenkontrollen fortgesetzt werden. Es wäre unverantwortlich, im Mai darauf zu verzichten."

Kickl kündigte außerdem an, dass das Flüchtlingsthema ein Schwerpunkt der Ratspräsidentschaft Österreichs im zweiten Halbjahr 2018 sein werde.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.