So, 19. August 2018

Finanz-Bombe in Wien:

18.01.2018 13:51

Insolvenzantrag: Wienwert AG soll verkauft werden

Die Immobiliengesellschaft WW Holding AG hat am Donnerstag eine Finanz-Bombe platzen lassen: Wegen Zahlungsunfähigkeit und einer insolvenzrechtlichen Überschuldung wurde ein Insolvenzantrag eingebracht. Eine wesentliche Beteiligung ist die Wienwert AG, die nun verkauft werden soll. Wienwert ist vor allem durch Altbausanierungen in der Innenstadt und durch die Herausgabe von Anleihen mit sehr hohen Renditen am Immobilienmarkt bekannt geworden.

"Die WW Holding AG strebt ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung an, im Rahmen dessen Wienwert AG, eine wesentliche Beteiligung von WW Holding AG, verkauft werden soll", hieß es seitens des Unternehmens. Wienwert sei allerdings nicht vom Insolvenzverfahren betroffen, beruhigte man. 

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft brachten Stein ins Rollen
Hintergrund ist das Bekanntwerden des Ermittlungsverfahrens der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Wienwert. Laut Medienberichten geht es um den Verdacht der Untreue und der Vollstreckungsvereitelung zugunsten eines anderen. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Nach Bekanntwerden der Ermittlungen sei Wienwert allerdings nicht mehr in der Lage gewesen, eine zu diesem Zeitpunkt in Emission befindliche Unternehmensanleihe erfolgreich am Kapitalmarkt zu platzieren, betonte das Unternehmen. WW Holding habe zudem eine fällige Unternehmensanleihe nicht bei Fälligkeit bedienen können.

Finanzmarktaufsicht: "Risiko war für Kundige erkennbar"
Der Schaden für die Käufer von Anleihen der vor der Insolvenz stehenden Wienwert-Gruppe dürfte bis zu 40 Millionen Euro betragen, sagte Finanzmarktaufsichtsvorstand Helmut Ettl im Ö1-"Mittagsjournal". Bei den verkauften Anleihen habe es sich um einfache Finanzprodukte gehandelt. "Das Risiko war für Kundige erkennbar", sagte Ettl. Wie viele Anleger betroffen sind, sei noch unbekannt. Wienwert sei von der FMA sehr kritisch beobachtet worden, für die Beaufsichtigung des Unternehmens sei sie jedoch nicht zuständig gewesen. Der Verkauf von scheinbar sicheren Anleihen am Finanzmarkt, die suggerierte Nähe zur Stadt Wien und die hohen versprochenen Renditen verführten Anleger immer wieder, in solche Richtungen zu investieren.

"Solche Sachen" werde es immer wieder geben, betonte der FMA-Vorstand und appellierte an die Anleger: "Schauen Sie sich ganz genau das Risiko an. Wer hohe Renditen verspricht, da ist auch hohes Risiko dahinter, und nicht überall, wo Immobilie draufsteht, ist das auch ein sicheres Investment."

 krone.at
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