Mit einem Beschluss der Landesregierung sollte zu Beginn des Jahres der Neubau des LKH Bad Aussee ohne Chirurgische Abteilung in die Wege geleitet werden. Doch die ÖVP zog unter Berufung auf einen Beschluss aus 2005 nicht mit, Spitalslandesrat Helmut Hirt reichte - begleitet von lauten Protesten aus der Region - die heiße Kartoffel an den Landtag weiter.
Auch das schon auf eine 24-Stunden-Chirurgieambulanz zurückgefahrene LKH Mürzzuschlag kam zurück ins Spiel - eine für beide Häuser geplante Investition von 18 Millionen Euro wurde zwischenzeitlich auf Eis gelegt.
Hirt: Schwarze "Blockadepolitik" einstellen
Dass die Schleife über den Landtag nichts gebracht hat, außer einen noch knapperen Abstand zu den Wahlen (Gemeinderat im März, Landtag im Herbst 2010), sieht Hirt nicht: "Die geführte Qualitätsdiskussion war sehr wertvoll." Handelseins ist der SPÖ-Landesrat mit den Grünen, deren Antrag zur Schaffung eines Gesundheits- und Sozialzentrums in Bad Aussee er unterstützen will. Vor allem an die ÖVP appellierte er, "Blockadepolitik" und Parteitaktik hintanzustellen und den Schulterschluss im Dienste der Patienten zu suchen.
Personalmangel als Motiv
Zur Sache führte Hirt einmal mehr die in 27 bzw. 44 Kilometer entfernten Vollchirurgien von Bad Ischl (OÖ) und Rottenmann an und verwies auf nur 600 Operationen in Bad Aussee statt der für eine Standardchirurgie geforderten 2.000. Viele Eingriffe würden überhaupt selten oder nur einmal im Jahr durchgeführt.
Drexler: "Verzögerungstaktik!"
Postwendend reagierte ÖVP-Klubchef Christopher Drexler: Er warf Hirt "Verzögerungstaktik", "Drüberfahrermanier" und Missachtung des Landtags vor.
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