Schweres Los

ÖHB-Herren bei Heim-EM gegen Dänemark

Sport
24.06.2009 20:27
Titelverteidiger Dänemark, Olympia-Silbermedaillengewinner Island und Serbien: Österreichs Herren-Handball-Nationalmannschaft bekommt es bei der Heim-Europameisterschaft 2010 (19. - 30. Jänner) in den Vorrundenspielen der Gruppe B in Linz mit hochkarätigen Gegnern zu tun. Die Auslosung im Wiener Palais Liechtenstein sorgte am Mittwochabend bei Teamchef Dagur Sigurdsson und seinen Mannen dennoch nicht für lange Gesichter. "Wir nehmen, was wir kriegen", brachte es Rückraumspieler Bernd Friede auf den Punkt.

Das Wunschlos aus Topf vier, die Ukraine, blieb Österreich also versagt. Fortuna, in Gestalt von Dänemarks Teamchef Ulrich Wilbek ("Serbien ist eine sehr starke Mannschaft"), bescherte der ÖHB-Sieben einen fast ausschließlich aus Legionären bestehenden Gegner, der in den vergangenen Jahren zwar keine Topresultate erreichte, aber mit zwei Olympiasiegen (1972, 1984) und einem WM-Titel (1986) nach Österreich kommt, und bei der WM 2009 den achten Platz erreichte.

"Wir sind Außenseiter"
"Typisch jugoslawische Schule, wir sind Außenseiter", urteilte Sigurdsson, der vom selbst gesteckten Ziel, die Hauptrunde zu erreichen, keinen Millimeter abrücken wollte. Immerhin hat Österreich vor dem vermuteten Schlüsselspiel gegen das Team um Gummersbach-Legionär Momir Ilic genug Zeit, um ins Turnier zu "finden". Das Auftaktspiel bestreitet man gegen Dänemark, dann folgt Island und schließlich Serbien.

"Flügel-Flitzer" Konrad Wilczynski wollte von einem "Schlüsselspiel" freilich nichts wissen. Er hofft selbst in den Duellen mit Dänemark und Island auf einen Erfolg. "An einem Traumtag ist alles möglich", meinte der Deutschland-Legionär in Diensten der Berliner Füchse. Auch Verteidigungs-Spezialist Markus Wagesreiter gab sich kämpferisch: "Natürlich wäre die Ukraine etwas günstiger gewesen. Aber, dass es irrsinnig schwer wird, das haben wir schon vorher gewusst."

ÖHB-Teamchef gegen sein Heimatland Island
Immerhin ging für Sigurdsson ein anderer Wunsch in Erfüllung. Das Duell mit seinem Heimatland Island - Deutschlands Teamchef Heiner Brand erwischte da ein glückliches Händchen - hatte der 36-Jährige schon vor der Auslosung herbeigesehnt. "Als ich gesehen habe, dass Island zu uns in Gruppe B kommt, ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen", betonte Sigurdsson. "Sigurdsson ist wahrscheinlich derjenige, der Island am besten kennt", freute sich ÖHB-Präsident Gerhard Hofbauer mit dem Isländer und war "im Großen und Ganzen sehr zufrieden."

Gegen Dänemark - dieses Los zog Sigurdsson selbst -, das als erstes Team nach Schweden auf eine erfolgreiche Titelverteidigung hofft, ist ein Sieg freilich in weiter Ferne. ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner sah es ganz nüchtern: "Es wird ein Topspiel zwischen Dänemark und Island um Platz eins und ein Topspiel zwischen Österreich und Serbien um den Aufstieg."

Deutschland in Gruppe C
Von den weiteren Gruppen verspricht vor allem Pool C in Innsbruck mit dem Weltmeister 2007, Deutschland, Schweden, Polen und Slowenien hohes Niveau wie Spannung. In Gruppe A treffen in Graz Kroatien, Russland, Norwegen und die Ukraine aufeinander, in Gruppe D duellieren einander in Wiener Neustadt Frankreich, Spanien, Ungarn und Tschechien.

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