Slalom-Krimi

Lizeroux gewinnt in Kranjska Gora – Raich Vierter

Sport
02.03.2009 12:31
So gut die Ausgangsposition für die ÖSV-Asse am Sonntag nach dem ersten Durchgang im Slalom von Kranjska Gora auch gewesen sein mag, am Ende hat es für Reinfried Herbst, Benni Raich und Co. doch nicht für den großen Wurf gereicht. Während Herbst im Finale als Halbzeitzweiter einfädelte und Raich zurückfiel, bestätigte der Franzose Julien Lizeroux, der bei der Ski-WM in Val d'Isere zuletzt zwei Silbermedaillen geholt hatte, seine tolle Form und stürmte auf den obersten Platz am Podest. Der Führende nach dem ersten Durchgang, der Italiener Giuliano Razzoli, konnte nicht ganz mithalten und landete letztlich auf Platz zwei, Dritter wurde der Deutsche Felix Neureuther.

Den Erfolg der anderen Athleten mussten die Österreicher neidlos anerkennen, unterm Strich blieben nach dem von ÖSV-Technik-Cheftrainer Christian Höflehner ausgeflaggten Finallauf für Österreich hinter Raich die Ränge fünf für Mario Matt (12. nach dem ersten Durchgang), 6 für Pranger und 8 für Hirscher. Wolfgang Hörl wurde noch 17. "Es ist ein Wahnsinn, dass keiner von uns am Stockerl steht", sagte auch Pranger, der in beiden Läufen Fehler im unteren Teil hatte. 

Pranger äußerst nervös
Er hatte sich in der Früh nicht so gut gefühlt, er sei in seinem ersten Rennen nach dem WM-Sieg extrem nervös gewesen. "Das ist mir schon nach Wengen aufgefallen, dass ich nach einem Sieg dann im nächsten Rennen extrem nervös bin, und an den letzten zwei Trainingstagen ist es auch nicht so gut gegangen. Ich bin deshalb sehr zufrieden heute", sagte der Tiroler. Zufrieden war natürlich auch Vizeweltmeister Lizeroux, der zudem sehr glücklich war, seinen ersten Weltcupsieg von Kitzbühel bestätigt zu haben.

Raich "ohne Wut im Bauch" unterwegs
Raich war die Erleichterung nach dem guten Slalomergebnis anzusehen, Platz 15 im Riesentorlauf am Samstag hatte ihn wertvolle Punkte im Rennen um die große Kristallkugel gekostet, trotzdem war er "ohne Wut im Bauch" zum sonntägigen Slalom auf einem seiner Lieblingshänge angetreten. "Das ist heute ein schöner Erfolg, denn ich hatte in dieser Saison doch einige Probleme. Der erste Durchgang heute war sehr gut, im zweiten habe ich im Zielhang verloren", analysierte Raich, der auf den neuen Ski, den er schon bei der WM angeschnallt hatte, setzte.

Kampf um den Gesamtweltcup wird spannend
In Kvitfjell wird Raich neben dem Super-G nun auch die beiden Abfahrten bestreiten, denn am Ende könnte jeder Punkt zählen. Auf seine beiden größten Konkurrenten im Gesamtweltcup, den Norweger Aksel Lund Svindal und den Schweizer Didier Cuche, hat der Österreicher sieben Saisonrennen vor Schluss nun 84 bzw. 108 Punkte Vorsprung. Inwieweit Ivica Kostelic (Laufbestzeit im zweiten Slalomdurchgang) und Jean-Baptiste Grange (Gesamtdritter im Weltcup) noch mitmischen werden, bleibt abzuwarten. Der Franzose wurde im Slalom nach einem schweren Schnitzer nur 29. und hat im Disziplinweltcup noch 49 Zähler Guthaben auf Kostelic, Pranger liegt als Dritter bereits 92 zurück und hat vor dem Finalrennen in Aare nur noch theoretische Chancen.

Hirscher endlich wieder im Ziel
Marcel Hirscher war nach dem Sonntagrennen "ein Gebirge runtergefallen, denn ich bin ja zuletzt oft ausgefallen", ähnlich ging es auch Mario Matt, der in diesem Winter schon vier Ausfälle in Weltcup-Slaloms hatte hinnehmen müssen und mit Platz fünf das zweitbeste Saisonergebnis erreichte. "Ich bin sehr glücklich, das ist eine große Erleichterung. Ich habe endlich mal im Rennen zeigen können, was ich die ganze Saison über schon im Training zeige", sagte der Flirscher, der als Titelverteidiger bei der WM das Ziel nicht gesehen hatte.

Herbst einfach nur verärgert
Total verärgert hingegen dampfte Herbst aus dem Zielraum ab. "In dieser Saison hatte ich nur Pech. Alles, was ich an Erfolgen hatte, habe ich mir erarbeitet. Und sonst hatte ich kein Glück, und das brauchst du auch. Das heute war ein normaler Einfädler, wie er mir nicht einmal im Training passiert", sagte der Salzburger, der nach dem ersten Lauf gemeint hatte: "Die Kurssetzung war relativ einfach, da kann man nicht viel rausholen. Ich habe schon vorher gesagt, das wird ein enges Rennen."

Endstand im Herren-Slalom in Kranjska Gora:

1.

Julien Lizeroux

FRA

1:40,11 Minuten

2.

Giuliano Razzoli

ITA

1:40,45

3.

Felix Neureuther

GER

1:40,67

4.

Benjamin Raich

AUT

1:40,71

5.

Mario Matt

AUT

1:40,73

6.

Mattias Hargin

SWE

1:40,80

.

Manfred Pranger

AUT

1:40,80

8.

Marcel Hirscher

AUT

1:40,88

9.

Andre Myhrer

SWE

1:40,90

10.

Bernard Vajdic

SLO

1:40,94

11.

Ivica Kostelic

CRO

1:41,08

12.

Michael Janyk

CAN

1:41,10

13.

Brad Spence

CAN

1:41,31

14.

Patrick Thaler

ITA

1:41,40

15.

Marc Gini

SUI

1:41,50

.

Akira Sasaki

JPN

1:41,50

17.

Wolfgang Hörl

AUT

1:41,55

18.

Silvan Zurbriggen

SUI

1:41,68

19.

Jimmy Cochran

USA

1:41,71

20.

Kilian Albrecht

BUL

1:41,81

21.

Johan Brolenius

SWE

1:41,89

22.

Christof Innerhofer

ITA

1:41,92

23.

Steve Missilier

FRA

1:41,99

24.

Urs Imboden

MDA

1:42,16

25.

Markus Vogel

SUI

1:42,55

26.

Patrick Bechter

AUT

1:42,58

27.

Thomas Mermillod Blondin

FRA

1:42,96

28.

Jukka Leino

FIN

1:43,20

29.

Jean-Baptiste Grange

FRA

1:43,31

Ausgeschieden: Reinfried Herbst (AUT)
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