Die Fans bejubelten Schlierenzauer, Tourneesieger Wolfgang Loitzl stand diesmal im Schatten seines fast zehn Jahre jüngeren Kollegen. Am Samstag war er vom dritten Halbzeitrang an die siebente Stelle zurückgefallen, tags darauf spielte die Gesundheit nicht mehr mit. Ein Magen-Darm-Virus, den er wohl von seiner Familie aufgenommen hatte, bremste den 29-jährigen Lokalmatador aus Mitterndorf.
Er erhielt von Teamarzt Peter Baumgartl vor dem Bewerb ein Medikament und kämpfte sich durch den Bewerb. 190,5 und 187,5 m ergaben den zehnten Platz. "Spitzenleistungen sind da fast nicht möglich", erklärte Baumgartl. Loitzl fuhr ohne einen Kommentar abzugeben gleich heim in sein nahe gelegenes Haus.
Schlierenzauer "sehr locker"
Bei Schlierenzauer war hingegen alles eitel Wonne. "Es war ein toller Tag, ich hab es sehr genossen", sagte der Stubaitaler, "ich war heute sehr locker." Dem Skiflug-Weltmeister gefiel, dass der Anlauf von der Jury relativ kurz bemessen worden war. Denn die Folgen seines Rekordsatzes vom Samstag - er hat nun Bestweiten auf sechs Weltcup-Schanzen in seinem Besitz - hatte er auch noch in der Früh gespürt.
"Das Kreuz hat mir etwas wehgetan", erzählte Schlierenzauer, nach einer Behandlung sei aber alles wieder perfekt gewesen. "Heute war auch Können beim Absprung gefragt. Was rausgekommen ist, ist gewaltig", freute sich der Teenager. "Jetzt gilt es, diese Form auf die kleineren Schanzen mitzunehmen."
Cheftrainer Alexander Pointner sprach an, wie perfekt Schlierenzauer mit der Luft spielt. "Am Samstag hat er allen beweisen wollen, dass er der Herr der Lüfte ist, am Sonntag war er gelöster und hat es genießen können."
Morgenstern wartet weiter auf Podestplatz
Vize-Weltmeister Martin Koch, am Vortag Dritter, hatte mit den Bedingungen im ersten Durchgang Pech und verbesserte sich im Finale mit einem 201-m-Flug noch auf Rang fünf. "Ich bin sehr zufrieden, denn die Sprünge waren beide gut", sagte der Kärntner. Sein engerer Landsmann Thomas Morgenstern, am Vortag Sechster, landete an der neunten Stelle und reist keineswegs zufrieden aus dem steirischen Salzkammergut ab.
"Im ersten Durchgang bin ich nicht so recht weitergekommen in der Luft, der zweite war okay. Es ist eine schwierige Phase", sagte der zehnfache Sieger der vergangenen Saison, der heuer noch auf einen Podestplatz wartet.
Schrecksekunde für Debütant Eggenhofer
Eine Schrecksekunde musste Debütant Markus Eggenhofer im zweiten Durchgang überstehen: Er vermied mit Geschick einen Sturz. "Ich wollte etwas zu viel, wollte unbedingt mithalten mit den Besten. Das nächste Mal muss ich es lockerer angehen. Zum Glück konnte ich den Sprung stehen", sagte der Salzburger.
Endstand beim Sonntag-Bewerb:
1. | Gregor Schlierenzauer | AUT | 393,6 Punkte | 203,5/202,0 m |
2. | Harri Olli | FIN | 390,4 | 201,5/200,5 |
3. | Simon Ammann | SUI | 382,2 | 197,5/198,5 |
4. | Anders Jacobsen | NOR | 381,3 | 195,5/198,5 |
5. | Martin Koch | AUT | 378,9 | 193,5/201,0 |
6. | Matti Hautamäki | FIN | 373,9 | 195,5/196,5 |
7. | Ville Larinto | FIN | 370,4 | 190,5/196,5 |
8. | Tom Hilde | NOR | 367,3 | 186,5/197,5 |
9. | Thomas Morgenstern | AUT | 361,4 | 183,0/196,5 |
10. | Wolfgang Loitzl | AUT | 360,1 | 190,5/187,5 |
11. | Emmanuel Chedal | FRA | 355,2 | 179,0/197,0 |
12. | Martin Schmitt | GER | 353,1 | 185,5/190,0 |
13. | Johan Remen Evensen | NOR | 339,7 | 177,5/186,0 |
14. | Michael Neumayer | GER | 331,2 | 180,5/180,5 |
15. | Michael Uhrmann | GER | 330,4 | 169,5/187,5 |
16. | Robert Kranjec | SLO | 320,0 | 173,5/176,5 |
17. | Roar Ljökelsöy | NOR | 317,1 | 167,0/181,0 |
18. | Björn Einar Romören | NOR | 314,0 | 165,0/180,0 |
19. | Pavel Karelin | RUS | 311,0 | 167,0/175,5 |
20. | Anders Bardal | NOR | 310,4 | 167,5/174,5 |
21. | Johan Erikson | SWE | 299,7 | 167,5/171,0 |
22. | Sigurd Pettersen | NOR | 297,5 | 158,5/174,0 |
23. | Vincent Descombes Sevoie | FRA | 293,6 | 159,0/174,0 |
24. | Nicholas Fairall | USA | 290,4 | 164,5/165,0 |
25. | Sebastian Colloredo | ITA | 290,1 | 160,0/168,0 |
26. | Tami Kiuru | FIN | 287,6 | 160,5/165,0 |
27. | Lukas Hlava | CZE | 285,7 | 164,5/159,0 |
28. | Jakub Janda | CZE | 277,4 | 154,5/162,5 |
29. | Jan Matura | CZE | 259,6 | 156,5/149,0 |
30. | Markus Eggenhofer | AUT | 211,5 | 162,5/110,0 |
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