Herr der Lüfte

“Air Schlierenzauer” holt Kulm-Double

Sport
12.01.2009 13:11
Gregor Schlierenzauer ist im Skifliegen weiterhin eine Klasse für sich. Der 19-jährige Tiroler war auch am zweiten Skiflug-Tag am Kulm in der Steiermark nicht zu schlagen und feierte damit bei seinem sechsten Antreten bei einem derartigen Bewerb seinen bereits sechsten Sieg. Zwar ging es am Sonntag nicht so weit wie am Vortag, doch mit seinen Sprüngen auf 203,5 bzw. 202,0 Meter brauchte sich der Innsbrucker zumindest vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Platz zwei sicherte sich mit 3,2 Punkten Rückstand der Finne Harri Olli, Dritter wurde der Schweizer Simon Ammann.

Die Fans bejubelten Schlierenzauer, Tourneesieger Wolfgang Loitzl stand diesmal im Schatten seines fast zehn Jahre jüngeren Kollegen. Am Samstag war er vom dritten Halbzeitrang an die siebente Stelle zurückgefallen, tags darauf spielte die Gesundheit nicht mehr mit. Ein Magen-Darm-Virus, den er wohl von seiner Familie aufgenommen hatte, bremste den 29-jährigen Lokalmatador aus Mitterndorf.

Er erhielt von Teamarzt Peter Baumgartl vor dem Bewerb ein Medikament und kämpfte sich durch den Bewerb. 190,5 und 187,5 m ergaben den zehnten Platz. "Spitzenleistungen sind da fast nicht möglich", erklärte Baumgartl. Loitzl fuhr ohne einen Kommentar abzugeben gleich heim in sein nahe gelegenes Haus.

Schlierenzauer "sehr locker"
Bei Schlierenzauer war hingegen alles eitel Wonne. "Es war ein toller Tag, ich hab es sehr genossen", sagte der Stubaitaler, "ich war heute sehr locker." Dem Skiflug-Weltmeister gefiel, dass der Anlauf von der Jury relativ kurz bemessen worden war. Denn die Folgen seines Rekordsatzes vom Samstag - er hat nun Bestweiten auf sechs Weltcup-Schanzen in seinem Besitz - hatte er auch noch in der Früh gespürt.

"Das Kreuz hat mir etwas wehgetan", erzählte Schlierenzauer, nach einer Behandlung sei aber alles wieder perfekt gewesen. "Heute war auch Können beim Absprung gefragt. Was rausgekommen ist, ist gewaltig", freute sich der Teenager. "Jetzt gilt es, diese Form auf die kleineren Schanzen mitzunehmen."

Cheftrainer Alexander Pointner sprach an, wie perfekt Schlierenzauer mit der Luft spielt. "Am Samstag hat er allen beweisen wollen, dass er der Herr der Lüfte ist, am Sonntag war er gelöster und hat es genießen können."

Morgenstern wartet weiter auf Podestplatz 
Vize-Weltmeister Martin Koch, am Vortag Dritter, hatte mit den Bedingungen im ersten Durchgang Pech und verbesserte sich im Finale mit einem 201-m-Flug noch auf Rang fünf. "Ich bin sehr zufrieden, denn die Sprünge waren beide gut", sagte der Kärntner. Sein engerer Landsmann Thomas Morgenstern, am Vortag Sechster, landete an der neunten Stelle und reist keineswegs zufrieden aus dem steirischen Salzkammergut ab.

"Im ersten Durchgang bin ich nicht so recht weitergekommen in der Luft, der zweite war okay. Es ist eine schwierige Phase", sagte der zehnfache Sieger der vergangenen Saison, der heuer noch auf einen Podestplatz wartet.

Schrecksekunde für Debütant Eggenhofer
Eine Schrecksekunde musste Debütant Markus Eggenhofer im zweiten Durchgang überstehen: Er vermied mit Geschick einen Sturz. "Ich wollte etwas zu viel, wollte unbedingt mithalten mit den Besten. Das nächste Mal muss ich es lockerer angehen. Zum Glück konnte ich den Sprung stehen", sagte der Salzburger.

Endstand beim Sonntag-Bewerb: 

1.

Gregor Schlierenzauer

AUT

393,6 Punkte

203,5/202,0 m

2.

Harri Olli

FIN

390,4

201,5/200,5

3.

Simon Ammann

SUI

382,2

197,5/198,5

4.

Anders Jacobsen

NOR

381,3

195,5/198,5

5.

Martin Koch

AUT

378,9

193,5/201,0

6.

Matti Hautamäki

FIN

373,9

195,5/196,5

7.

Ville Larinto

FIN

370,4

190,5/196,5

8.

Tom Hilde

NOR

367,3

186,5/197,5

9.

Thomas Morgenstern

AUT

361,4

183,0/196,5

10.

Wolfgang Loitzl

AUT

360,1

190,5/187,5

11.

Emmanuel Chedal

FRA

355,2

179,0/197,0

12.

Martin Schmitt

GER

353,1

185,5/190,0

13.

Johan Remen Evensen

NOR

339,7

177,5/186,0

14.

Michael Neumayer

GER

331,2

180,5/180,5

15.

Michael Uhrmann

GER

330,4

169,5/187,5

16.

Robert Kranjec

SLO

320,0

173,5/176,5

17.

Roar Ljökelsöy

NOR

317,1

167,0/181,0

18.

Björn Einar Romören

NOR

314,0

165,0/180,0

19.

Pavel Karelin

RUS

311,0

167,0/175,5

20.

Anders Bardal

NOR

310,4

167,5/174,5

21.

Johan Erikson

SWE

299,7

167,5/171,0

22.

Sigurd Pettersen

NOR

297,5

158,5/174,0

23.

Vincent Descombes Sevoie

FRA

293,6

159,0/174,0

24.

Nicholas Fairall

USA

290,4

164,5/165,0

25.

Sebastian Colloredo

ITA

290,1

160,0/168,0

26.

Tami Kiuru

FIN

287,6

160,5/165,0

27.

Lukas Hlava

CZE

285,7

164,5/159,0

28.

Jakub Janda

CZE

277,4

154,5/162,5

29.

Jan Matura

CZE

259,6

156,5/149,0

30.

Markus Eggenhofer

AUT

211,5

162,5/110,0

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