24.12.2008 09:34 |

Sorge um Heiligtum

Geburtskirche in Betlehem in Gefahr

Der christlich-palästinensische Bürgermeister der Jesus-Geburtsstadt Betlehem, Victor Batarseh, darf sich über den neuen Aufschwung des Pilger-Tourismus freuen: "Erstmals seit Jahren sind die Hotels wieder voll ausgebucht." Ein beinahe jämmerliches Bild bietet indes die Geburtskirche, das Wahrzeichen der Stadt: Sie ist vom Einsturz bedroht, weil sich offenbar niemand um eine Restaurierung bemüht.
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Seit Jahren tropft es nach jedem heftigen Regen durch das Dach. Das Kirchenschiff ist derart desolat, dass die Menschen in Betlehem jeden Sturm, jedes Gewitter und jedes noch so kleine Erdbeben fürchten, weil dann die 1.600 Jahre alte morsche Holzdecke einstürzen und die Geburtsgrotte unter sich begraben könnte. Selbst die Wände der Kirche sind vom Schimmel befallen.

"Der Bauzustand ist besorgniserregend", heißt es im Bürgermeisteramt. Und die Ursache ist nicht nur der Dauerstreit unter den christlichen Bekenntnissen, die sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Auch die palästinensische Stadtregierung als "Hausherr" hat bisher ihre Verantwortung nicht wahrgenommen.

Priester als "Museumswärter"
Blühend waren seit Jahrhunderten die christlichen Gemeinden in Palästina. Jeder 20. Palästinenser war Christ. Heute sind es nach stetiger Abwanderung nur noch zwei Prozent, und selbst Bethlehem hat keine christliche Mehrheit mehr. Es droht die Gefahr, dass hier Priester und Ordensleute als Museumswärter der überkommenen Heiligtümer übrigbleiben.

Von Kurt Seinitz, KronenZeitung, und krone.at

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