Der Steirer zeigte sich aber optimistisch, dass er schon früher wieder fit ist. "Mein Ziel ist ganz klar: Ich will den Fuß bis zum ersten Training am 5. Jänner wieder voll belasten können." Beim 2:1-Heimsieg gegen VfL Wolfsburg knickte der 21-Jährige nach einem Kopfball bei der Landung um und musste in der 81. Minute ausgetauscht werden. "Sportlich gesehen ist die Verletzung nicht so schlimm, weil sie kurz vor der Winterpause passiert ist. Aber natürlich gibt es nie einen günstigen Zeitpunkt für eine Verletzung."
Reha-Programm in Graz
Anstatt ein tägliches Laufprogramm zu absolvieren, geht es für den Ex-Sturm-Spieler nun täglich zur Therapie nach Graz und in die Kraftkammer. Die freien Tage hätte Prödl ohnehin bei seiner Familie in der Steiermark verbracht, "aber jetzt muss ich mich damit abfinden, dass ich mich über Weihnachten mehr auf meine Verletzung als auf Urlaub konzentrieren muss", erklärte der Abwehrspieler.
Eine Operation sei auch nach Rücksprache mit den Bremer Ärzten nie angedacht gewesen. In den kommenden Tagen soll vor allem die Schwellung abklingen. "Danach werde ich den Fuß intensiv therapieren. Üblicherweise würde ich das in Bremen machen, aber durch den Urlaub hat sich das mit Graz so ergeben. Ich bin Profi genug, das auch hier durchzuziehen", versicherte Prödl. "Wenn es etwas Schlimmeres gewesen wäre, hätte ich mich in Bremen behandeln lassen."
Wechselbad der Gefühle in Bremen
Grundsätzlich ist im Bremer Lager kaum jemand mit dem Herbstdurchgang zufrieden. "Es war ein Wechselbad der Gefühle. Dieses Auf und Ab hatten wir vor der Saison so nicht erwartet und wir müssen das abstellen", sprach Coach Thomas Schaaf Klartext. Allerdings sei er froh, mit einem positiven Gefühl in die Winterpause zu gehen. Geschäftsführer Klaus Allofs hob die Schwankungen in den Leistungen als größte Baustelle hervor. "Wir müssen wegkommen davon, dass wir nach unseren Glanzleistungen immer wieder unterirdisch auftreten, es wird aber keine Runderneuerung geben", merkte Allofs an.
Lob von Allofs
Prödl wurde von Allofs wegen seiner zuletzt gezeigten Leistungen positiv hervorgehoben. "Wir haben registriert, dass Spieler, die sonst nicht so zum Einsatz kamen, zuletzt gute Ansätze gezeigt haben. So spielte diesmal eben Prödl in der Innenverteidigung, weil er es am Dienstag gut gemacht hatte. Das hat nichts mit einem Denkzettel für Naldo zu tun, sondern das muss noch mehr zur Normalität werden, dass gute Leistungen so honoriert werden, dass man beim nächsten Spiel noch einmal die Chance bekommt", sagte der Bremer-Geschäftsführer.
Trotz der durchschnittlichen Herbstbilanz haben die Bremer den Blick noch immer nach vorne - auf Hoffenheim fehlten bei einem Sieg der Rangnick-Elf gegen Schalke elf Punkte, auf Bayern neun Zähler - gerichtet. "Wir wissen, dass wir zumindest wieder in einer Position sind, in der wir mit einer Serie wieder oben mitmischen können. Und wir wissen auch, wie schnell man von da oben abrutschen kann, es ist also noch einiges möglich", zeigte sich Allofs hoffnungsvoll.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.