Grazer holen auf

Sturm nach Sieg gegen LASK erster Bullen-Jäger

Sport
14.11.2008 10:32
Der SK Sturm Graz ist als Sieger der 17. Runde der tipp3-Bundesliga hervorgegangen. Die Steirer feierten am Mittwoch mit dem 3:0 gegen den LASK den einzigen Auswärtssieg und da Titelverteidiger Rapid am Vortag das Wiener Derby gegen Austria 0:2 verloren hatte, avancierten die Blackies zum ersten Jäger von Spitzenreiter Red Bull Salzburg. Ihr Rückstand auf den Titelfavoriten wurde auf zwei Punkte halbiert. Austria-Kärnten drehte daheim die Partie gegen Altach erst im Finish, Kapfenberg feierte gegen Mattersburg den ersten Sieg nach drei Niederlagen.

Der LASK und Sturm machten in ihrem Duell jeweils das halbe Dutzend voll. Die 100-jährigen Athletiker bezogen die sechste Niederlage in Serie, die Grazer verbuchten den sechsten Sieg in Folge, was ihnen zuletzt im April 2000 geglückt war. Auf den Klub-Rekord aus der Meistersaison 1998/99 fehlen ihnen noch drei Erfolge. "Die Bullen jagen wir nicht, das nächste Spiel am Samstag daheim gegen SV Ried wird schwer genug" meinte Sturm-Trainer Franco Foda bescheiden.

Sturm trotz Erfolg selbstkritisch
Der faire Deutsche gab zu, dass das Ergebnis zu hoch ausgefallen sei. "Der Spielverlauf war nicht so eindeutig wie das Resultat", befand er, nachdem Mario Haas gleich nach Beginn mit einem wunderschön getimten Flugkopfball das wichtige 1:0 erzielt hatte und die weiteren Tore erst nach dem Ausschluss von Saurer gefallen waren. "Wir können besser spielen, gegen die Austria waren wir spritziger, auch haben wir diesmal zu wenig Zweikämpfe gewonnen", gestand der nunmehr zehnfache Saisontorschütze Haas.

Fodas Kollege Klaus Lindenberger, dessen Schützlinge nun schon 503 Minuten einem Treffer hinterherlaufen, machte eine "weit bessere Leistung als in den Wochen davor" aus. "Wir haben uns gesteigert, aber das Glück ist derzeit nicht auf unserer Seite", sagte der Ex-Internationale, auf den in den kommenden Wochen nicht nur psychologische Arbeit wartet. In der ersten Hälfte hätten seine Spieler gut dagegengehalten, doch nach 60 Minuten wären sie leer gewesen. Was sich als Kritik an seinem Vorgänger Andrej Panadic anhörte.

Kärnten weiter ungeschlagen
Der LASK blieb in der Tabelle auf Platz sieben, davor verdrängte der SK Austria Kelag Kärnten durch den ersten Heimsieg im dritten Duell mit Schlusslicht SCR Altach die SV Josko Ried vom fünften Rang. Die Klagenfurter taten sich schwer. Nachdem Mattle mit seinem ersten Tor nach acht Monaten die Gäste in Führung gebracht hatte, gelang Ortlechner per Kopf der späte Ausgleich und Adi erst in der 89. Minute der 2:1-Siegtreffer.

Kärnten-Trainer Frenkie Schinkels, der von seiner Tochter zum Opa gemacht wurde, meinte nach der schwierigen "Geburt" des Sieges seiner Truppe kurz und bündig: "Ich bin zufrieden mit den drei Punkten, mit allem anderen bin ich aber nicht zufrieden." SCR-Coach Urs Schönenberger trauerte den Chancen auf das 2:0 nach und stellte fest: "Wir werden im Moment für jeden Fehler brutal bestraft." Mattle meinte vor den nächsten zwei Heimspielen: "Das wären drei wichtige Punkte gewesen, damit hätten wir den Anschluss hergestellt."

Während die Kärntner nun fünf Runden ungeschlagen (2-3-0) sind, haben die Altacher von den jüngsten 19 Auswärtsspielen (1-5-13) nur eines (5.10. LASK 3:1) gewonnen. Die Vorarlberger müssen aufpassen, 14 Niederlagen nach 17 Runden gab es zuletzt auch für Vorwärts Steyr 1995. Und nach einer solchen Zwischenbilanz sind die Oberösterreicher dann abgestiegen. Der Rückstand des SCR, der am Samstag den Kapfenberger SV Superfund empfängt, auf den Vorletzten ist am Mittwoch von zwei auf fünf Zähler angewachsen.

Gute Leistung von Kapfenberg 
Das lag einerseits an Schinkels Männern und andererseits an Kapfenberg. Der Aufsteiger schlug daheim Mattersburg 2:1 und zog mit den Verlierern nach Punkten gleich. "In der ersten Hälfte haben wir so gut gespielt, wie schon lange nicht", freute sich KSV-Trainer Werner Gregoritsch über den ersten Sieg nach drei Niederlagen in Serie. Er musste aber zugeben, dass seine Mannschaft in den ersten zehn Minuten nach der Pause um das Anschlusstor gebettelt habe.

Die Mattersburger haben die Gastgeber, die zu Hause elf ihrer zwölf Punkte holten, unter Druck gesetzt. Aber sie vermochten letztlich ihre eigene Negativserie (zehn Runden sieglos/0-3-7 und damit Klub-Rekord von 2003/04 egalisiert) nicht zu beenden. "Meine Spieler haben es selbst in der Hand, das zu ändern", sagte SVM-Trainer Franz Lederer. Er bemängelte, dass seine Mannschaft dem Gegner in den ersten 45 Minuten zugeschaut habe. "Erst nach der Pause hat sie so gespielt, wie ich mir das vorstelle."

Alle Spielberichte findest du in der Infobox.

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