Do, 16. August 2018

Im Bann der Krise

10.10.2008 13:56

Preise für Benzin, Diesel und Heizöl fallen

Die weltweite Finanzmarktkrise hat für Verbraucher auch ihre guten Seiten. Der Ölpreis sinkt rapide - und damit sacken langsam auch die Benzin- und Heizölpreise wieder ab. Öl hat auf Jahressicht einen Tiefstand erreicht, ein Barrel kostete am Freitag 82,59 Dollar (60,36 Euro). Günstiger war Öl nur im Oktober 2007. In Deutschland sank der Heizölpreis auf den niedrigsten Stand seit April, Ölgigant Shell stellte weiter sinkende Benzin- und Dieselpreise in Aussicht. Die OPEC erwägt wegen Finanzkrise sogar eine Kürzung der Rohölproduktion.

Ursache der Turbulenzen an den Energiemärkten ist die weltweite Finanzmarktkrise. Bei den Händlern machen sich Erwartungen breit, dass es deshalb zu einem weltweiten Wirtschaftsabschwung kommt - und damit auch zu einer sinkenden Öl-Nachfrage. Außerdem hätten sich viele Finanzanleger und Banken aus dem Ölmarkt abgemeldet, sagte der für das Tankstellengeschäft verantwortliche Shell-Vorstand Rob Routs in Hamburg.

IEA: Nachfrage nach Öl wird sinken
Der Preisverfall könnte sich noch fortsetzen: Die Internationale Energieagentur (IEA) senkte am Freitag die Verbrauchsprognose für dieses Jahr um 240.000 Barrel pro Tag. Im kommenden Jahr werde die Nachfrage gar um 440.000 Barrel täglich unter dem bisher vorhergesagten Niveau liegen. Laut der neuen Studie wird die Nachfrage in diesem Jahr nur noch um 0,5 Prozent wachsen, im kommenden Jahr werde der Anstieg 0,8 Prozent betragen, erklärte die IEA.

Einen Hinweis auf weiter sinkende Preise hat auch die jüngste Nachfrageprognose des US-Energieministeriums geliefert. Demnach erwartet die Regierung in Washington in der größten Volkswirtschaft der Welt im laufenden Jahr ein Plus bei der Nachfrage nach Rohöl von 330.000 Barrel pro Tag. Im Vergleich zur Schätzung im Vormonat hat sich die Prognose des Ministeriums aber etwa halbiert.

Preise für Benzin, Diesel und Heizöl fallen
Kurzfristig können sich nach Shell-Einschätzung die Autofahrer auf fallende Benzin- und Dieselpreise freuen, falls die Rohölpreise unverändert bleiben oder weiter sinken. "Wenn der Rohölpreis bleibt wo er ist, müssen die Produktpreise fallen", sagte Routs.

Er erinnerte aber daran, dass es bei schnell fallenden oder steigenden Rohölpreisen stets eine Verzögerung gebe, ehe die Auswirkungen den Endkunden erreichen und wies auch darauf hin, dass die Schließung von Raffinerien in der US-Golfregion wegen eines Wirbelsturmes die Produktpreise hoch gehalten habe.

OPEC erwägt Kürzung der Ölproduktion
Wegen der Finanzkrise und dem fallenden Ölpreis erwägt die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die Ölproduktion zurückzufahren. Bei einer außerplanmäßigen Sitzung im November werde die OPEC über eine Reduzierung der Produktion beraten, sagte Katars Ölminister Abdullah Al-Attijah am Freitag. Ohne eine Reaktion der OPEC drohe der Ölpreis angesichts der weltweiten Finanzkrise weiter einzubrechen, sagte er. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl kostete am Freitag 82 Dollar (knapp 60 Euro), fast halb so viel wie bei seinem Rekordhoch Mitte Juli, als der Preis über 147 Dollar lag.

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