Fr, 17. August 2018

Ausgebrannt

07.10.2008 11:05

Langzeit-Krankenstände bei Lehrern nehmen zu

Experten schlagen Alarm: Vor allem Pflichtschullehrer sind an ihren körperlichen und mentalen Grenzen angelangt - immer mehr Pädagogen müssen in dauerhafte medizinische Behandlung. Was auf Grund der Personalknappheit schwere Folgen hat. Denn Klassen werden zusammengelegt, Förderstunden entfallen.

Atem- und Stimmprobleme, schmerzende Wirbelsäulen und akute Burn-out-Syndrome - laut Krankenkassen die häufigsten Gründe, warum Lehrer immer öfter krankheitsbedingt für längere Zeit ausfallen. Vor allem im Pflichtschulbereich stehen die Landesschulräte im Moment vor großen Personalproblemen. Immer mehr Lehrer müssen sich in dauerhafte medizinische Behandlung begeben. Ersatz gibt es meist keinen. Und dabei kommt die erste große Grippewelle erst auf die Schulen zu.

Walter Riegler von der Gewerkschaft für Pflichtschullehrer kennt die Problematik: "Das ist ein Teufelskreis. Da es in Österreich einfach zu wenige Lehrer gibt, muss im Normalfall ein Kollege einspringen, der ohnehin bereits an seinem körperlichen und mentalen Limit arbeitet. Oder Stunden bzw. Förderunterrichte fallen ganz weg." Riegler weiters: "Die Zeiten und auch die Kinder sind lauter und schwieriger geworden."

Besonders ältere Lehrer völlig überfordert
Viele seiner Kollegen, vor allem die älteren Jahrgänge, wären mit der Situation in den Klassen völlig überfordert und können irgendwann nicht mehr. Personell und finanziell ist von Seiten des Bundes sowie der Länder alles viel zu eng bemessen. Es gäbe keinen Spielraum. Ganz unter dem Motto: Wie viel ist Schule wert?

In Oberösterreich versucht man indes bereits seit längerem, möglichen Langzeitausfällen von Lehrern entgegenzuwirken. "Wie bringe ich mich nach der Schule wieder in Balance?" - nur eines der zahlreichen Therapie- und Kursangebote, an denen Pädagogen gratis teilnehmen können. Mehr als insgesamt 1.800 Lehrkräfte haben diese Präventivmaßnahmen bereits genutzt.

Klaus Loibnegger und Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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