Mo, 20. August 2018

Weg der Kleinpartei

02.09.2008 16:31

Wie die "Kleinen" ins Parlament kommen können

Rund 200.000 Wähler müssen Kleinparteien wie BZÖ, das Bürgerforum Fritz Dinkhausers oder das LIF österreichweit gewinnen, um bei der Wahl am 28. September in den Nationalrat einzuziehen - wenn es ihnen nicht gelingt, in einem Wahlkreis ein Mandat zu erobern. Denn für den Einzug ins Hohe Haus braucht eine Liste entweder österreichweit vier Prozent der Stimmen oder ein Direktmandat in einem der 43 Wahlkreise. Und die sind manchmal sehr leicht zu haben...

Für Kleinparteien ist es freilich recht schwierig, Direktmandate zu bekommen - braucht man dafür in einem Wahlkreis doch ziemlich viele Stimmen. Den Grünen gelangen ihren ersten beiden Direktmandate erst bei Wahl 2006, nach 20 Jahren im Hohen Haus. Und das BZÖ schaffte selbst in Kärnten, wo es weit überdurchschnittlich abschnitt, keines. Die Vier-Prozent-Hürde nahmen die Orangen allerdings. Dafür waren 188.330 Stimmen nötig, das BZÖ kam auf 193.539. Hans Peter Martin scheiterte mit 131.688 Stimmen.

Wo Direktmandate zu holen sind
Direktmandate kosten länderweise unterschiedlich viel: Am "billigsten" waren sie 2006 - nach dem nötigen Stimmenanteil - im oberösterreichischen Wahlkreis Hausruckviertel, am teuersten im Wahlkreis Innsbruck. In absoluten Zahlen waren die Wahlkreis-Mandate in Tirol (mit 24.119) und in Wien (mit 24.503) am leichtesten zu erobern, in Niederösterreich (mit 27.914) am schwierigsten.

Da aber in Tirol wesentlich weniger Stimmen zu vergeben sind als z.B. in Wien und Niederösterreich, sieht die Sache nach dem Stimmenanteil anders aus: Da reichten in Niederösterreich in vier der sieben Wahlkreise weniger als 20 Prozent für ein Mandat, ebenso in Wien. Während in Tirol in der Landeshauptstadt 40,52 Prozent, in Wahlkreis Oberland über 36 und im Wahlkreis Unterland rund 30 Prozent nötig waren. Im großen Wahlkreis Innsbruck-Land reichten aber 19,19 Prozent - während umgekehrt in Wien in den drei kleineren Innenstadt-Wahlkreisen über 30 Prozent nötig waren.

Das billigste Mandat gab es im großen oberösterreichischen Wahlkreis Hausruckviertel, wo weniger als 13 Prozent für ein Direktmandat reichten. Dort schaffte denn auch die FPÖ - die 2006 alle ihre Direktmandate verloren hatte - wieder eines. Das zweite eroberte sie in Wien-Süd, mit 15,86 Prozent auch einer der "billigsten" Wahlkreise. Die Grünen bekamen ihre ersten beiden Direktmandate ebenfalls in zwei Wiener Wahlkreisen (Süd-West und Nord-West), wo Mandate um weniger als 20 Prozent zu haben waren.

Am teuersten sind Mandate immer im sehr kleinen Wahlkreis Osttirol. Dort hätte 2006 eine Partei auf 86 Prozent kommen müssen - womit es wenig verwunderlich ist, dass es noch nie eine Partei geschafft hat, dort ein Direktmandat zu ergattern.

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