EURO-Testspiel

Starke zweite Hälfte: Russland fertigt Litauen ab

Fußball
05.06.2008 13:33
Russlands Nationalteam hat auch sein letztes Vorbereitungsmatch auf die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz gewonnen. Nach dem 6:0-Heimtriumph am 23. Mai in Moskau gegen Kasachstan sowie dem 2:1-Erfolg vor einer Woche gegen ÖFB-WM-Quali-Gegner Serbien setzte sich die "Sbornaja" am Mittwochabend erneut in Burghausen gegen Litauen nach schlechter erster und entfesselter zweiter Hälfte noch 4:1 (1:1) durch.

Im Gegensatz zu den vorgegangenen Testspielen wurde diesmal überraschend der für die ersten beiden EM-Spiele gesperrte Spielmacher Andrej Arschawin von Russlands Teamchef Guus Hiddink aufgestellt und spielte durch. Torjäger Pawel Pogrebnjak, der sich im Match gegen Serbien eine Meniskusverletzung im linken Knie zugezogen hatte und deshalb für die EURO fraglich ist, wurde zunächst durch Roman Adamow ersetzt. Der FK-Moskau-Angreifer empfahl sich jedoch nicht als Ersatz für seinen verletzten Teamkollegen.

Ganz im Gegensatz zu Roman Pawljutschenko, der nach der Blessur von Pogrebnjak im Serbien-Match in Minute 16 eingewechselt worden war und dort mit dem Siegtreffer bereits aufgezeigt hatte. Er kam in Hälfte zwei anstelle von Adamow und brachte den entscheidenden Umschwung. Zunächst gab er gleich in Minute 52 den "tödlichen" Pass auf Arschawin, der das 2:1 besorgte. Und mit dem Treffer zum 3:1 (64.) avancierte der Spartak-Moskau-Teamkollege von ÖFB-Teamverteidiger Martin Stranzl wohl endgültig zum ersten Ersatzmann-Kandidaten für UEFA-Cup-Topscorer Pogrebnjak.

Ein weiteres Tor nach einer Traumkombination von Pawljutschenko und Arschawin verhinderte wenig später die Stange. Dazu vergab auch noch Dinijar Biljaletdinow in Minute 62 einen Foulelfer, der verhängt wurde, nachdem Pawljutschenko im Strafraum niedergestoßen worden war. Den Treffer zum 4:1-Endstand erzielte der ebenfalls nach der Pause eingewechselte Wladimir Bystrow.

Hiddink setzt 17 Spieler seines 23-Mann-Kaders ein
Hiddink setzte insgesamt 17 Spieler seines 23-Mann-Kaders ein. Im Tor spielte diesmal nicht die etatmäßige Nummer eins, Igor Akinfejew, sondern Wjatscheslaw Malafejew von UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg. Der einzig nicht geplante Wechsel betraf Außenverteidiger Alexej Beresuzki, der bereits in Minute 14 angeschlagen vom Feld ging und durch Renat Janbajew ersetzt werden musste. In Minute 23 kam der nächste Schock für die Russen, als Mantas Savenas nach einem Stangenschuss im Fallen die verdiente Führung für die Litauer besorgte.

Auch nach dem Ausgleich durch Konstantin Syrjanow wurden die vor allem in der Abwehr teilweise konfus agierenden Russen nicht sicherer. erst nach vier Umstellungen zur Halbzeit kam die "Sbornaja" vor allem dank Pawljutschenk auf Hochtouren. Seinen Namen skandierten die mehrheitlich russischen Fans der insgesamt 2.850 Zuschauer lautstark in der Wacker Arena in Burghausen. Hiddink hat damit nun eine echte Alternative zu Pogrebnjak, der nur aus dem EM-Kader gestrichen wird, falls er nicht bis zur zweiten EURO-Partie am 14. Juni in Salzburg (20.45 Uhr) gegen Titelverteidiger Griechenland fit werden sollte.

Pogrebnjak war am Dienstag in München wegen seines Meniskuseinrisses neuerlich untersucht worden und hatte danach erklärt, dass es ihm schon besser gehe. Mögliche Ersatz-Kandidaten für den Stürmer von UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg sind Alexander Kerschakow und Alexander Pawlenko. Kerschakow gehört nicht zum 23-köpfigen russischen Kader, weil der Stürmer seit seinem Wechsel vom FC Sevilla zu Dynamo Moskau im Winter noch zu seiner Bestform gefunden hat. Pawlenko absolviert derzeit mit dem von Ex-Tirol-Trainer Stanislaw Tschertschessow betreuten Premjer-Liga-Club Spartak Moskau in der Nähe von Graz ein Trainingslager und hätte damit eine relativ kurze Anreise zum Team.

Dieses brach direkt nach dem letzten Test in Burghausen, mit dem das Vorbereitungscamp in Bayern abgeschlossen wurde, ins rund 130 km entfernte Leogang auf, wo es im Krallerhof residieren und ab Donnerstagnachmittag ein erstes öffentliches Training (für 17.30 Uhr geplant) im Steinbergstadion absolvieren wird.

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(Bild: KMM)



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