"Gestern haben sich im Training alle sehr fit präsentiert und waren mit Ernst bei der Sache", lobte der bei Middlesbrough in England engagierte Defensiv-Spezialist Pogatetz. Stürmer Linz vom portugiesischen Erstligisten Braga stimmte dem zu: "Die Stimmung ist sehr gut, jeder zeigt im Training hundertprozentigen Einsatz." Seine Muskelverhärtung im Oberschenkel sei "nicht schlimm".
"Die EM ist schon sehr nahe, man macht sich die ersten Gedanken über die Gruppengegner", beschrieb Pogatetz seine momentane Gefühlslage. Nach einer langen Saison auf der Insel konstatierte der Steirer freilich eine gewisse Ermüdung. "Nach dem letzten Spiel am 11. Mai waren nicht mehr viele Reserven da, jetzt aber gibt es Extra-Motivation. Ich hatte kaum eine Erholungsphase, aber es sollte reichen, um in den Länderspielen 100 Prozent zu bringen." Das Training sei eben auch eine "Gratwanderung", die genau dosiert werden müsse. "Ich nehme aber nicht an, dass es Rückstände im Vergleich zu den Bundesligaspielern geben wird."
"Gehe davon aus, dass ich einlaufe"
Auch Linz durfte sich nach dem letzten Meisterschaftsspiel am 10. Mai etwas Ruhe gönnen. "Ich habe mich ein bisschen erholt, für die EM darf das kein Problem sein", meinte der 26-Jährige, der sich bei der EM in einer fixen Rolle sieht. "Ich glaube, ich habe bewiesen, dass ich auch international auf sehr hohem Niveau spielen kann. Ich habe von den Teamstürmern die meiste Erfahrung, eine Stammplatzgarantie gibt es aber nicht. Ich gehe aber davon aus, dass ich im ersten EM-Spiel einlaufen werde."
Für Pogatetz kommt den Spielen gegen Nigeria (27. Mai) und Malta (30. Mai) in Graz eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu: "Das Ergebnis wird wichtig sein, aber auch das Wie. Wir wollen jedenfalls selbstbewusst auftreten. Ein Spiel kann einfach durch kein Training ersetzt werden", meinte der 25-Jährige, der in der Abwehr-Option mit einer Dreier- bzw. Viererkette einen großen Vorteil ortete: "Für uns macht es keinen Unterschied. Für die Kroaten wird es aber schwerer, sich auf uns vorzubereiten."
Fit mit wenig Sauerstoff
Das Nationalteam setzt in der Vorbereitung auf die EURO auf neue Technologien. In der Nacht auf Dienstag traf in Lindabrunn ein Sattelschlepper mit einem Anhänger ein, der eine Novität nicht nur im Fußball, sondern im Sport allgemein darstellen dürfte. Die sogenannte "Hypoxie-Kammer" (Hypoxie bedeutet frei übersetzt "wenig Sauerstoff") soll Andreas Ivanschitz und Co. zur besseren Regeneration dienen.
In der rund 60 Quadratmeter großen Räumlichkeit können in punkto Sauerstoffgehalt Bedingungen wie in Höhenlage simuliert werden. Der genaue Sauerstoffanteil kann reguliert werden, für das ÖFB-Team wird er auf etwa 2.500 Meter eingestellt. Teamarzt Ernst Schopp legte allerdings Wert auf die Feststellung, dass es sich dabei nicht um ein Höhentraining handelt. "Das haben wir nie vorgehabt. Es handelt sich nicht um eine Höhensituation, sondern um eine Hypoxie-Situation", betonte der Mediziner.
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