Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
27.06.2017 - 03:59
Foto: flickr.com/zuerichsee, Flyability, Brokk, krone.at-Grafik

Zwentendorf: Roboter bergen radioaktive Stoffe

20.06.2017, 11:18

Das Atomkraftwerk Zwentendorf nordwestlich von Wien gilt als sicherster Meiler der Welt. Kein Wunder, immerhin ging er nie in Betrieb. Dass dort kommende Woche trotzdem Roboter radioaktives Material scannen und bergen ist dem Wettbewerb "Enrich" geschuldet. Bei dem Roboter- Wettkampf zeigen Teams aus aller Welt, was ihre Erfindungen bei der Überwachung und Sicherung von Atomkraftwerken leisten können.

Der Roboter- Wettbewerb "Enrich"  ist laut "Heise"  aus der militärischen Roboter- Leistungsschau "Elrob" hervorgegangen. Hier wurde schon letztes Jahr getestet, wie sich Roboter bei der Erkennung und Bergung von radioaktivem Material schlagen. Dafür wurden winzige Mengen radioaktives Material in einem Übungsgebäude im niederösterreichischen Eggendorf versteckt, die Roboter mussten es anschließend aufspüren.

Bundesheer verteilt radioaktives Material

Die Veranstaltung war so erfolgreich, dass die Veranstalter einen Bewerb unter realen Kraftwerksbedingungen durchführen wollten - und so kam "Enrich" nach Zwentendorf. Das nie in Betrieb gegangene AKW ist der ideale Schauplatz. Mit Unterstützung des Bundesheeres werden dort kommende Woche im Kraftwerk in 40 Metern Höhe winzige Mengen radioaktives Kobalt- 60 versteckt, die von den Robotern - sie werden per Kran an den Einsatzort gebracht - aufgespürt und geborgen werden.

Mit dabei sind Teams aus aller Welt, wobei nicht alle auch alle Aufgaben - Radioaktivität erkennen, detaillierte Karten erstellen und das strahlende Material bergen - erfüllen werden. Einzelne Teams - etwa jenes um den Flugroboter Elios vom Schweizer Drohnenspezialisten Flyability  - konzentrieren sich auf das Erkennen von Strahlung und das Erfassen der Umgebung, andere wie das schwedische Team Brokk  konzentriert sich auf die Ortung und Bergung der Strahlungsquellen.

Mehr Leistungsschau als Wettbewerb

Weil nicht alle Roboter auch alle Testaufgaben erfüllen werden, sehen die Veranstalter die "Enrich" nicht wirklich als Wettbewerb, sondern als Roboter- Leistungsschau, betont Wettkampfleiter Frank Schneider. Lobende Worte findet er für das österreichische Bundesheer: Nachdem die EU geplante Fördermittel offenbar kurzfristig gestrichen hat, erklärte sich das Heer bereit, die Lücken zu füllen.

Obwohl Österreich kein einziges aktives AKW hat, kommt das Interesse unseres Heeres nicht von Ungefähr: Rund um Österreich gibt es genug Atomkraftwerke, um sich für das Thema zu interessieren. Und radioaktive Strahlung macht vor Staatsgrenzen bekanntlich nicht Halt. Wegen des Roboter- Wettbewerbs in Zwentendorf braucht man sich aber keine Sorgen zu machen. Für den Bewerb werden nur wenige Millimeter große Stücke Kobalt- 60 in kleinen Hülsen im AKW verteilt, von denen keine Gefahr ausgeht.

Hintergrund: Bürger erteilten Atomkraft Absage

Das AKW Zwentendorf  wurde in den Siebzigern errichtet und war eines von drei Kernkraftwerken, die nach einem Beschluss der Regierung Klaus  in den Sechzigern die österreichische Stromversorgung sichern sollten. Neben dem fertig gebauten Zwentendorf waren noch Reaktoren in St. Pantaleon- Erla in Niederösterreich und St. Andrä in Kärnten geplant. 

Eine Volksabstimmung im Jahr 1978, bei der sich die Bürger eindeutig gegen die Kernkraft aussprachen, beendete die österreichischen AKW- Pläne und sorgte dafür, dass Zwentendorf stillgelegt wurde, bevor es ans Netz ging. Strom produziert es heute trotzdem: Der niederösterreichische Energieversorger EVN betreibt am AKW- Gelände ein Solarkraftwerk, das Atomkraftwerk selbst wird als Museum genutzt und kann jeden Freitag besichtigt werden. Mehr über das ungefährliche AKW Zwentendorf erfahren Sie hier. 

Redakteur
Dominik Erlinger
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der #Netiquette# widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum