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04.12.2016 - 02:02
Nur noch Andrea Leadsom (li.) und Theresa May sind im Rennen um die Cameron-Nachfolge.
Foto: AFP

GB: Zwei Frauen rittern um die Nachfolge Camerons

07.07.2016, 17:39

Zwei Frauen machen das Endspiel um die Nachfolge für den scheidenden britischen Premierminister und Tory- Chef David Cameron unter sich aus. In der Unterhausfraktion der Konservativen erhielten Innenministerin Theresa May (59) und Energie- Staatssekretärin Andrea Leadsom (53) am Donnerstag die meisten Stimmen in der zweiten Abstimmungsrunde um die endgültige Zweier- Kandidatur.

May gewann bei der Abstimmung 199 von 329 möglichen Stimmen, sie hatte schon die erste Runde des Kandidatenrennens für sich entschieden. Leadsom bekam 84 Stimmen, der drittplatzierte und ausgeschiedene Justizminister Michael Gove erhielt die Unterstützung von 46 Parlamentariern. Cameron hatte nach seiner Niederlage beim Brexit- Referendum die Konsequenzen gezogen und seinen Rücktritt angekündigt.

Führungsfrage soll bis 9. September geklärt werden

May und Leadsom müssen sich in den kommenden Wochen einer Urwahl der rund 150.000 konservativen Parteimitglieder stellen. Wer gewinnt, wird Partei- und in der Folge Regierungschefin. Die Führungsfrage soll bis zum 9. September geklärt werden.

Erste Premierministerin seit Margaret Thatcher

Damit steht erstmals seit dem Rücktritt von Margaret Thatcher, die 1990 den Rückhalt in der Unterhausfraktion und im Regierungsteam verloren hatte, wieder eine Frau vor dem Einzug in die Downing Street 10. Auf die neue Premierministerin kommen die langen und schwierigen Austrittsverhandlungen mit der EU zu. May will den offiziellen Austritts- Prozess möglichst erst im nächsten Jahr beginnen - sehr zum Ärger der EU. Dagegen will die Brexit- Befürworterin Leadsom keine Zeit verlieren.

May Brexit- Gegnerin, Leadsom Brexit- Befürworterin

May hatte beim Brexit- Referendum für einen Verbleib in der Union plädiert, sich aber mit ihrer Meinung im Wahlkampf demonstrativ zurückgehalten - jetzt präsentiert sie sich als Versöhnerin, die die tief gespaltene Partei einigen könnte. Das Ergebnis des Referendums will sie nicht anfechten: "Brexit bedeutet Brexit", sagte sie unmissverständlich. Es dürfe keine Versuche geben, doch noch in der EU zu bleiben. Auch ein zweites Referendum dürfe es nicht geben.

Dagegen trat Leadsom für den Austritt ein und betonte, nur ein Brexit- Anhänger könne als Regierungschef die Weichen richtig stellen. Leadsom rief am Donnerstag zu Optimismus nach dem Brexit- Votum auf. Falls die Parteibasis sie zur Nachfolgerin Camerons wählen sollte, wolle sie den gegenwärtigen Pessimismus vertreiben.

07.07.2016, 17:39
AG/red
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