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19.08.2017 - 16:00
Postalm, Gaißau-Hintersee, Zinkenlifte - die Zukunft ist ungewiss.
Foto: Marion Hörmandinger

Ruf nach Hilfe für Krisengebiete wird lauter

25.04.2017, 07:32

Bei Pulverschnee und Sonnenschein wurde am Montag auf dem Kitzsteinhorn dem späten Skivergnügen gefrönt. 80 Millionen Euro werden hier in den nächsten Jahren investiert, um den Maiskogel und das Gletscherskigebiet zu verbinden. Bei diesen Summen schlackern den krisengeplagten Skigebieten nördlich des Paß Lueg die Ohren. Gaißau- Hintersee ist eine unendliche Geschichte, Postalm und Zinkenlifte kämpfen auch.

Es sind jene Skigebiete mit einem riesigen Einzugsbereich, weil nicht weit weg von der Stadt Salzburg und deren Speckgürtel. Aber gerade Gaißau- Hintersee, Postalm und Zinkenlifte kämpfen ums Überleben, hinken Jahre hinter den Premiumgebieten hinterher. Die "Krone" fragte nach dem aktuellen Stand der Dinge.  Auf der Postalm weiß niemand so recht, was wirklich los ist. Fest steht: Diesen Winter wird es wieder einen Verlust geben, in den vergangenen Jahren betrug er zirka 100.000 Euro pro Saison. Die Altlasten belaufen sich auf zirka eine Million Euro. Karl- Heinz Prentner hat die Lifte von Trachtenmogul Gössl übernommen, inzwischen scheint aber auch er desillusioniert. "Man kann nicht von mir verlangen, dass ich weiter mache, bis ich kaputt bin", betont er. Er vermisst die Unterstützung der öffentlichen Hand, sprich der Gemeinden. "Natürlich habe ich mich an Strobl und Abtenau gewandt", sagt Prentner.

Erst bei einem gemeinsamen Weg wollte er zu Landeshauptmann Wilfried Haslauer gehen. Der ließ nämlich auf "Krone"- Anfrage ausrichten, dass bei ihm keine Anträge liegen, der Postalm zu Hilfe zu eilen. Zwar soll es in den kommenden Tagen einen runden Tisch geben, allerdings sagt der Besitzer der Lifte: "Ich weiß davon nichts" und fügt hinzu: "Ohne Zutun der Wirte, der Gemeinden und jenen, die von der Postalm profitieren, wird es nicht gehen. Das muss auch gar nicht mit mir sein, ich würde das Ganze gerne abgeben, obwohl ich es sehr schade fände, weil ich großes Potenzial in der Postalm sehe. Aber manche scheinen den Konkurs zu wollen."

Hoffen und Bangen â013 und das seit Jahren in Gaißau-Hintersee.
Foto: Markus Tschepp

Nach der Zustimmung der Gläubiger zum Sanierungsplan der Gaissauer Bergbahn GmbH wartet man nun auf den Ablauf der Frist Ende April. Dann gibt es eine Gesellschafterversammlung. Parallel wird an einem neuen Vertrag mit den Bundesforsten gearbeitet, er läuft Ende Mai aus. Sprecherin Pia Buchner: "Die wesentlichen Eckpunkte wurden schon besprochen. Aus unserer Sicht ist der Abschluss der Verträge mit Mai möglich." Egon Hierzegger, er vertritt den Hauptbesitzer Zhonghui Wang und wird als neuer, einheimischer Geschäftsführer gehandelt, fügt hinzu: "Konkrete Investitionspläne gibt es. Die Beschneiung hat Vorrang. Gehen wird es aber nur, wenn sich alle zu Gaißau- Hintersee bekennen." Angestrebt wird, den Berg das ganze Jahr zu einem Ausflugsziel zu machen. "Wir sind zu Weihnachten ohne Schnee schon einmal gewandert, funktionierte."

Winterbetrieb der Zinkenlifte sicher!
Gute Neuigkeiten aus Hallein gab es am Montag von Bürgermeister Gerhard Anzengruber: "Der Winterbetrieb der Zinkenlifte ist sicher." So deutlich war das bisher noch nie zu hören. Allerdings: Man wird sich am Dürrnberg wohl mehr aufs Sommerrodeln konzentrieren. 50.000 Fahrten sind es jetzt schon, durch ein neues, wetterfestes System sollen es noch mehr werden. "Die Uni Innsbruck wird ihre Studie, wie es weiter gehen soll, bald fertig haben." 800.000 Euro Steuergeld schießt die Stadt jedes Jahr zu. "Keine Dauerlösung", betont Anzengruber, "Liebhaberei kann man mit Steuergeld nicht betreiben."

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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