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05.12.2016 - 09:29
Die Justizanstalt Garsten
Foto: Horst Egger

Häftling um drei Jahre zu früh entlassen

04.10.2014, 16:17
Die beste Computertechnik hilft nichts, wenn Menschen falsche Daten eingeben. Und so entließ das Programm in der Strafanstalt Garsten in Oberösterreich einen zu sechs Jahren Haft verurteilten Räuber um drei Jahre zu früh! Der Serbe reiste aufgrund eines Aufenthaltsverbots in seine Heimat zurück, wird nun gesucht.

Der Leiter der Vollzugsdirektion, General Peter Prechtl, erklärte, wie es zu dem Dilemma kommen konnte: Der nunmehr 30- jährige Serbe Ilija B. hatte mehrere Raubüberfälle verübt, war dafür erst in Deutschland, dann in Österreich jeweils zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Im November 2005 war er an einem Juwelierüberfall in Eisenstadt beteiligt, bei dem der Uhrmachermeister Bernd R., nachdem ihm einer der Täter in den Mund geschossen hatte, starb.

Computer errechnete falsches Haftende

Drei Jahre Haft verbüßte der Serbe daraufhin in Deutschland, wurde dann nach Österreich ausgeliefert. Hier vergaß man bei seiner Einlieferung in die Strafvollzugsanstalt Garsten allerdings bei der Dateneingabe, die noch ausständigen drei Jahre Freiheitsstrafe aus dem Nachbarland zu berücksichtigen - also errechnete der Computer als Haftende nicht den Juni 2017, sondern bereits Juni 2014.

Als sich nunmehr viel zu früh die Gefängnistore für ihn öffneten, blieb Häftling Ilija B. ganz ruhig, gab seine zukünftige Adresse in Serbien an und reiste, wie ihm das bei seiner Entlassung aufgetragen worden war, vermutlich auch sofort aus Österreich aus.

Eingeschriebener Brief mit Bitte um Rückkehr

Natürlich wurde dieser peinliche Fehler schließlich entdeckt. Der Justizbehörde blieb da nichts anderes übrig, als dem irrtümlich Entlassenen einen eingeschriebenen Brief an seine serbische Adresse nachzuschicken und ihn aufzufordern, zur Verbüßung der Reststrafe wieder zurückzukommen. Sollte B. dem nicht nachkommen, soll demnächst per europäischem Haftbefehl nach ihm gefahndet werden.

04.10.2014, 16:17
Johann Haginger und Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung/red
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