Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
22.08.2017 - 23:19

Tibet- Aktivisten im Hungerstreik vor Linzer Kirche

28.06.2011, 13:44
Mit einem 100 Stunden dauernden Hungerstreik wollen zwei Exil-Tibeter und ein österreichischer Student vor der Martin-Luther-Kirche in Linz auf die Zustände in Tibet aufmerksam machen. Sie appellieren an Österreich, die EU sowie die UNO, aktiv zu werden.

Tseten Zöchbauer, Gründerin der Vereine "Save Tibet" und "Tibeter Gemeinschaft Österreich", schilderte am Dienstag zahlreiche Übergriffe der chinesischen Armee auf Tibeter. "Seit den Olympischen Spielen geht es den Menschen ganz schlecht", berichtete Zöchbauer. Nachdem bei einem Aufstand 2008 zwei Chinesen getötet worden seien, habe China ganze Familien festgenommen. Einige Menschen seien wieder aufgetaucht, übel zugerichtet und zum Sterben nach Hause geschickt.

Im April dieses Jahres protestierten Mönche im Kloster Kirti gegen diese Zustände, indem sie in Hungerstreik traten. Ein sehr junger Mönch verbrannte sich selbst. Als die übrigen drohten nacheinander diesem Beispiel zu folgen, bis sie die nötige Aufmerksamkeit in der Welt bekommen würden, seien die Chinesen nervös geworden, schilderte Zöchbauer. Sie hätten versucht, die Mönche umzuerziehen.

Als dann versucht wurde, die Geistlichen abzutransportieren, hätten Demonstranten die Busse aufgehalten, wurden aber mit Knüppeln und Hunden bekämpft. Zwei Tibeter starben, vier wurden lebensgefährlich verletzt, so Zöchbauer. Von den verhafteten Mönchen seien bisher sechs zurückgekehrt. "Sie wurden gefoltert." Man könne sie nicht einmal befragen, so schlecht sei ihr Zustand. Von den übrigen fehle jede Spur.

Immer wieder Menschen verschwunden

Seit den Ereignissen im Kloster Kirti seien immer wieder Menschen verschwunden. Mittlerweile erfahre sie fast jede Woche von solchen Vorfällen, erklärte Zöchbauer. Derzeit seien die Grenzen zu Tibet überhaupt dichtgemacht worden, kurz vor dem 76. Geburtstag des Dalai Lama am 6. Juli herrscht Hochspannung. Deshalb wollen die Exil- Tibeter - in Oberösterreich sind es etwa 50, bundesweit 300 bis 350 - die politische Freiheit in Österreich nutzen, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Sie tun das mit einem Hungerstreik, der am Montagabend begonnen wurde.

Unterschriften werden gesammelt

Karma Tashi lebt seit zwei Jahren in Österreich, er bekam hier Asyl und hat eine Familie in Linz. Er will 100 Stunden weder essen noch reden. Das ursprüngliche Vorhaben, auch auf Trinken zu verzichten, wurde von der Polizei nicht genehmigt. Dem Hungern wollen sich Zöchbauer und der österreichische Tibetologie- Student Lukas Aigmüller anschließen. Sie werden aber nicht schweigen, sondern über die Situation informieren.

Beim Zelt der Hungerstreikenden kann man eine Petition unterschreiben. Darin wird gefordert, dass sich die österreichische Regierung, die EU und die UNO "ernsthaft" nach dem Verbleib der Mönche von Kirti und der übrigen verschwunden Tibeter erkundigen. Außerdem sollen sie darauf einwirken, dass China mit den Folterungen aufhört. Die Unterschriftenliste wollen die Aktivisten dann dem Linzer Vizebürgermeister Klaus Luger überreichen.

28.06.2011, 13:44
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum