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20.09.2017 - 23:48
Vor allem in den Abend- und Nachstunden ist mit vermehrtem Wildwechsel zu rechnen.
Foto: Allianz

Erhöhte Unfallgefahr durch Paarungszeit beim Wild

10.08.2017, 05:01

Die Brunftzeit beim Wild erhöht die Unfallgefahr im Straßenverkehr. Zwischen 1. und 15. August steigt die Zahl stets deutlich an. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden ist jederzeit mit Wildwechseln zu rechnen. In Sierning wurde am Dienstag eine Radlerin, in Breitenaich ein Biker bei einer Kollision mit einem Reh verletzt.

Die 53- jährige Sierningerin war abends mit dem Fahrrad auf einer Gemeindestraße ihres Heimatorts unterwegs. Plötzlich sprang ein Reh aus einem Maisfeld und kollidierte mit ihr. Ein Sturz war nicht mehr zu vermeiden - die Verletzte musste ins Spital gebracht werden.
In Breitenaich wollte um 22 Uhr ein Reh die B 134 queren. Es rannte dabei direkt in das Motorrad eines 37- Jährigen aus Scharten, der zu Sturz kam. Der Verletzte wurde ins Klinikum Wels eingeliefert.

Wildwarner werden ignoriert

"Zu dieser Jahreszeit ist das nichts Ungewöhnliches - es ist Paarungszeit und die Hormone der Rehe spielen verrückt", sagt Landesjägermeister Sepp Brandmayr. In diesem erhitzten Stadium würden Rehböcke auch sämtliche Wildschutzeinrichtungen ignorieren. "Die wittern nur die Geiß, alles andere interessiert sie nicht", so Brandmayr. Er appelliert daher an die Vernunft der Fahrzeuglenker, an neuralgischen Stellen besondere Vorsicht walten zu lassen - siehe auch unser Interview unten.
Zumindest außerhalb der Brunftzeit scheint der Einsatz von optischen und akustischen Wildwarngeräten offenbar aber zu greifen. Im Jagdjahr 2016/2017 gab es in OÖ 75 Prozent weniger Wildunfälle. Mehr als 22.000 Wildwarner wurden in den vergangenen Jahren montiert. Der Landesjagdverband und die Landesstraßenverwaltung investieren in den weiteren Ausbau allein heuer 126.000 Euro.

"Auch beim Wild macht Liebe blind"

Landesjägermeister Sepp Brandmayr erklärt, warum Rehe derzeit viel in Bewegung sind und beim Queren von Straßen sich und die Fahrzeuglenker gefährden.

"Krone": Derzeit passieren wieder viele Wildunfälle, hat das nur mit der Brunft zu tun?
Sepp Brandmayr: Nein, hinzu kommt noch, dass durch das Abernten der Felder das Wild von einem Tag auf den anderen ein völlig neues Lebensumfeld vorgefunden hat. Mit Ausnahme von Mais steht ja nichts mehr. Die Rehe müssen sich jetzt neue Lebensräume suchen und sind mehr in Bewegung.

"Krone": In der Paarungszeit helfen Wildwarner wenig.
Brandmayr: Ob etwas pfeift oder ein Licht reflektiert wird, kümmert die Rehböcke während der Hochbrunftphase nicht. Auch beim Wild macht Liebe blind. Autofahrer sollten jetzt viel vorsichtiger durch Wälder fahren und seitlich Ausschau halten.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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