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02.10.2016 - 00:29
Foto: Südtiroler Museum für Archäologie

Vor 25 Jahren wurde die Eismumie "Ötzi" entdeckt

19.09.2016, 07:32

Heute, auf den Tag genau vor 25 Jahren, ist im Südtiroler Teil der Ötztaler Alpen die weltbekannte Gletschermumie "Ötzi" entdeckt worden. Zwei deutsche Bergsteiger, Erika und Helmut Simon, stießen am 19. September 1991 in 3210 Metern Höhe am Tisenjoch auf die 5300 Jahre alte Leiche aus der Jungsteinzeit.

In Unkenntnis ob der Sensation des Fundes wurde die Mumie zunächst mittels Skistöcken und Presslufthammer dem Ewigen Eis entrissen. Das Resultat dieser unsaften Bergung auf dem Hauslabjoch: schwere Verletzungen an der linken Hüfte und am linken Bein hinab zum Unterschenkel. Nach der "Befreiung" wurde zudem bei der "Einsargung" der linke Oberarmknochen des Eismannes gebrochen.

Foto: APA/Robert Parigger

Am 23. September 1991 war die Leiche zur wissenschaftlichen Untersuchung nach Innsbruck gebracht worden. Jedoch am 2. Oktober hatten Vermessungstechniker eindeutig festgestellt, dass der Eismann exakt 92,56 Meter von der italienisch- österreichischen Grenze entfernt auf Südtiroler Hoheitsgebiet gelegen hatte. Offiziell im Tal gemeldet wurde der Leichenfund vom Wirt einer Berghütte in der Nähe des Fundortes. Weil die Carabinieri aber "keine Lust" zur Bergung hatten, wurde die Fundmeldung kurzerhand nach Nordtirol abgeschoben.

Sechs Jahre später ging es zurück nach Südtirol

Rund sechs Jahre nach Ötzis Fund kam es schließlich zu einer Abmachung über die Rückführung des Eismannes nach Südtirol. Im Jänner 1998 trat die Gletscherleiche ihren letzten Weg an. Von Innsbruck wurde sie in einem Kühlcontainer nach Bozen transportiert, wo der Mann aus dem Eis in einem neu eingerichteten Museum seine zweite letzte Ruhe fand.

Der Extrembergsteiger Reinhold Messner hält es für seinen Verdienst, dass Ötzi nach ihrem Fund vor 25 Jahren in Italien geblieben ist. "Wenn ich nicht so schnell am Fundort gewesen wäre und die Stelle auf italienischem Gebiet verortet hätte, dann hätten die Österreicher Ötzi geklaut und für immer behalten", sagte der Südtiroler vergangene Woche dem "Westfalen- Blatt".

Zum Jubiläum veranstaltet das Südtiroler Archäologiemuseum gemeinsam mit dem "EURAC- Institut für Mumien und den Iceman" einen wissenschaftlichen Kongress. Beim "3rd Bolzano Mummy Congress" werden bis zum 21. September 25 Jahre Forschung über den Mann aus dem Eis und die neuesten Erkenntnisse vorgestellt.

19.09.2016, 07:32
red/AG
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