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28.04.2017 - 12:47
Foto: JAXA/Taguchi et al.

Riesenstruktur in Atmosphäre der Venus gesichtet

16.01.2017, 18:01

Japanische Forscher haben entdeckt, dass sich eine gigantische bogenförmige Struktur durch die dichte Wolkenhülle unseres Nachbarplaneten Venus zieht. Das Phänomen erstrecke sich rund 10.000 Kilometer durch die oberen Schichten der Atmosphäre, berichteten japanische Wissenschaftler um Makoto Taguchi von der Rikkyo- Universität in Tokio im Fachblatt "Nature Geoscience".

Entdeckt wurde die Struktur auf Aufnahmen, die von der japanischen Venus- Sonde "Akatsuki" (Morgendämmerung), die 2015 in eine Umlaufbahn um unseren inneren Nachbarplaneten eingeschwenkt war, zur Erde gefunkt wurden. Die bogenförmige Struktur ist auf den Bildern als hellere, heißere Zone in der Atmosphäre zu sehen. Sie steht stationär über der Venusoberfläche und bewegt sich nicht mit den Wolken. Das ist überraschend, da die Winde in dieser Höhe mit rund 350 Kilometern pro Stunde um den unwirtlichen Planeten fegen.

Künstlerische Illustration: "Akatsuki" im Orbit um die Venus
Foto: JAXA/Akihiko Ikeshita

Die Struktur steht über einer Bergregion der Venus. Die Forscher nehmen an, dass diese Berge eine sogenannte Schwerewelle im bodennahen Wind erzeugen, der über sie hinweg weht - ähnlich wie es auch an Bergketten auf der Erde geschieht. Diese Welle könnte sich bis in die oberen Schichten der Venusatmosphäre fortpflanzen und dort zu dem beobachteten riesigen Phänomen führen. Solche von Bergen hervorgerufenen Schwerewellen könnten daher eine wichtige Rolle für das Venus- Klima spielen.

Mit einem Durchmesser von 12.100 Kilometern ist die Venus fast genauso groß wie unsere Erde (12.750 Kilometer). Durch ihre engere Bahn läuft sie allerdings etwas schneller um die Sonne: Ein Jahr dauert daher auf der Venus nur knapp 225 Erdentage. Anders als die Erde dreht sich der Planet jedoch entgegen der Umlaufrichtung um sich selbst ("retrograd"). Dadurch dauert ein Sonnentag auf der Venus knapp 117 Erdentage.

"Höllische Schwester" der Erde

Auf der Venus- Oberfläche herrschen wahrhaft höllische Bedingungen. Der Planet hüllt sich in einen dichten Wolkenschleier, dessen Treibhauseffekt die Oberflächentemperatur auf fast 500 Grad Celsius aufheizt - heiß genug, um Blei zu schmelzen. Die dichte Atmosphäre besteht fast gänzlich aus Kohlendioxid, die Wolken im wesentlichen aus feinen Schwefelsäure- Tröpfchen.

Ein Blick auf die "höllische Schwester" der Erde
Foto: NASA

Venus ist derzeit der hellste Himmelskörper am nächtlichen Firmament. Der strahlende Abendstern sinkt Ende Jänner gegen 21.30 Uhr unter den Horizont. Die Helligkeit der Venus nimmt im Laufe des Monats leicht zu.

Redaktion
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