Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
25.09.2017 - 04:53
Foto: SHAH MARA/AFP/picturedesk.com, APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

Merkel: "Die Burka sollte bei uns verboten sein!"

06.12.2016, 15:45

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich für ein Verbot der Vollverschleierung in Deutschland ausgesprochen, wo immer dies gesetzlich möglich ist. "Bei uns heißt es: Gesicht zeigen, deswegen ist die Vollverschleierung nicht angebracht, sie sollte verboten sein", wo immer dies rechtlich möglich sei, verlangte Merkel am Dienstag auf dem CDU- Parteitag in Essen. Dafür erntete sie starken Beifall von den rund 1000 Delegierten. Die CDU will die Burka etwa vor Gericht, bei Polizeikontrollen und im Straßenverkehr verbieten.

Zugleich kritisierte die Kanzlerin die zunehmende Aggressivität mit zahlreichen Hassbotschaften im Internet massiv. Man habe "manchmal den Eindruck, dass einige, die schon länger hier in Deutschland leben, dringend einen Integrationskurs nötig hätten", sagte Merkel, die einen respektvollen Umgang miteinander im Netz verlangte. Im Internet "fallen manchmal alle Hemmungen, wie ich es mir in diesem Ausmaß niemals hätte vorstellen können", beklagte sie und ergänzte: "Da sage ich, da sagen wir: So nicht."

Sorge um die Zukunft Europas

Angesichts der zahlreichen internationalen Krisen hat sich Merkel generell besorgt über die Zukunft Europas geäußert. Viele Menschen hätten zu Recht den Eindruck, dass die Welt aus den Fugen geraten sei, so Merkel. "2016 hat die Welt nicht stärker und stabiler gemacht, sondern eher schwächer und instabiler."

Angela Merkel beim CDU-Parteitag
Foto: APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

In diesen Zeiten gehöre schon eine "Portion Unverbesserlichkeit" dazu, unverändert zu sagen, dass Europa auch aus diesen Krisen stärker hervorgehen werde. "Wir müssen in dieser Lage, in der die Welt aus den Fugen geraten ist, zunächst alles daran setzen, dass Europa nicht noch schwächer aus den Krisen hervorgehen wird als es hereingegangen ist", fügte Merkel hinzu. Dieses Ziel mute bescheiden an - "doch das ist es nicht". Europa zu stärken liege im ureigensten Interesse Deutschlands, "denn auch Deutschland geht es auf Dauer nur dann gut, wenn es auch Europa gut geht", sagte die CDU- Vorsitzende.

Elfminütiger Applaus für Merkel

Merkel erhielt nach ihrer Rede von den Delegierten mehr als elf Minuten Applaus. Die CDU- Chefin warb in ihrer knapp 80- minütigen Ansprache in Essen um die Unterstützung der Partei für ihre Kanzlerkandidatur im kommenden Jahr. Sie habe in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv über eine weitere Kandidatur nachgedacht, sagte Merkel, die sich als Parteichefin zur Wiederwahl stellte. Viele hätten ihr in der Zeit gesagt, "du musst, du musst, du musst antreten".

Applaus für Angela Merkel
Foto: APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

Das habe sie sehr berührt. Sie wolle den CDU- Mitgliedern aber gerade angesichts der schwierigen Zeiten sagen: "Ihr müsst, ihr müsst mir helfen." Kein Mensch alleine könne die Dinge in Deutschland, Europa und der Welt zum Guten wenden. "Es geht nur gemeinsam Hand in Hand mit jedem und jeder aus der christlich- demokratischen Union", warb Merkel um die Unterstützung und Geschlossenheit ihrer Partei.

Merkel bleibt CDU- Chefin

Beim Parteitag stimmten exakt 1001 Delegierte über die Führung der CDU ab. Merkel, zu der es keine Gegenkandidatur gab, wurde erneut zur Vorsitzenden gewählt. Sie musste dabei aber einen Dämpfer hinnehmen, denn es stimmten "nur" 89,5 Prozent der Delegierten für sie. Das Ergebnis ist ihr zweitschlechtestes bei ihren bisher neun Wahlen zur Parteivorsitzenden. Ihr bisher niedrigster Wert war 88,4 Prozent im Jahr 2004.

Die bestens gelaunte Angela Merkel
Foto: APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

Am Ende des Parteitages lobten einige Kritiker wie der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, Merkels Auftritt. "Von diesem Parteitag wird ein neues Zeichen der Geschlossenheit ausgehen", sagte er. Doch es wurde auch Kritik an Merkels Kurs deutlich. Der Delegierte Eugen Abele warf Merkel etwa vor, die Partei nach links geführt und Konservative in der CDU heimatlos gemacht zu haben - wovon die AfD profitiert habe. "Links gewinnen wir wenige Wähler, rechts verlieren wir viele", warnte er.

Redaktion
krone.at
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum