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24.08.2017 - 13:43
Foto: AFP

IS- Mädchen Safia (16) muss sechs Jahre in Haft

26.01.2017, 12:12

Die 16- jährige Safia S. ist am Donnerstag als erste Anhängerin des Islamischen Staats wegen einer Terrorattacke in Deutschland zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Knapp ein Jahr nach einem Messerangriff auf einen Polizisten in Hannover verurteilte das Oberlandesgericht Celle die Schülerin jetzt zu sechs Jahren Jugendhaft.

Der 34- jährige Polizeibeamte hatte den Angriff im Februar 2016 schwer verletzt überlebt.  Die Tat war aus Sicht der Anklage eine "Märtyreroperation" für den IS. Ermittler werten den Angriff als die erste von der Terrorgruppe in Deutschland in Auftrag gegebene Tat. Safia hatte die Attacke eingeräumt und sich in einem Brief aus der Untersuchungshaft bei dem Polizisten entschuldigt.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen rund um den IS-Prozess am Oberlandesgericht Celle
Foto: AFP

Mädchen wollte sich IS in Syrien anschließen

Nach Überzeugung der Anklage machte sich Safia das Gedankengut des IS zu eigen und wollte nach Syrien. Im Jänner 2016 sei sie nach Istanbul geflogen und habe Kontakt mit IS- Mitgliedern aufgenommen. An der Weiterreise habe sie ihre Mutter gehindert, die sie zurückholte.

Foto: AFP

Aus Istanbul brachte Safia nach Erkenntnis der Bundesanwaltschaft den Auftrag des IS für eine "Märtyrertat" mit. Sie habe über einen Internet- Nachrichtendienst Kontakt zu IS- Mitgliedern gehalten. Auf dem Hauptbahnhof Hannover habe sie dann eine Personenkontrolle durch Polizisten provoziert und mit einem Messer zugestochen.

Foto: EPA

"Sie wollte ihn nicht nur verletzen"

Das Oberlandesgericht in Celle verhängte am Donnerstag die Strafe wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Das Gericht begründete das Urteil folgendermaßen: "Sie wollte ihn nicht nur verletzen, sondern auch töten." Vorerst bleibt die Schülerin in U- Haft, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

Verschleierte Frauen vor dem Oberlandesgericht Celle
Foto: AFP

Der Fall gilt als Beispiel für sogenannte Einzeltäter, die eine besondere Herausforderung für die Behörden darstellen. Sie radikalisieren sich meist im Stillen über das Internet oder über Kontakte in die islamistische Szene, bleiben aber unterhalb des Radars der Sicherheitsbehörden.

So soll sich Safia - ihr Vater ist Deutscher, der zum Islam konvertierte, ihre Mutter stammt aus Marokko - schon früh radikalisiert haben. Bereits im Kindesalter traf sie auf den bekannten Salafistenprediger Pierre Vogel. Internetvideos zeigen, wie sie neben Vogel Koranverse zitiert und er ganz begeistert ist von dem Kind.

Mitwisser (20) zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Als Mitwisser mitangeklagt war der 20- jährige Deutsch- Syrer Mohamad Hasan K., der von den Plänen des Mädchens gewusst haben soll. Er wurde nun zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Gegen ihn ermittelt die Bundesanwaltschaft außerdem weiter, weil er mit den angeblichen Terrorplänen zu tun haben könnte, die zur Absage eines Fußball- Länderspiels in Hannover im November 2015 führten.

Die Bundespolizei Hannover kritisierte, dass das Urteil gegen Safia unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgt war. "Der Schutz der Täterin wurde vom Gericht priorisiert gegenüber dem großen Interesse der Weltöffentlichkeit", wurde Martin Ackert, Sprecher der Bundespolizei Hannover, von der "Bild"- Zeitung zitiert. "Alle Kollegen waren von der Tat zutiefst betroffen. Niemand hat etwas über das Motiv und die Hintergründe erfahren. Das macht auch eine persönliche Bewertung der Schuld und Strafzumessung unmöglich."

Redaktion
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