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26.06.2017 - 09:47
Foto: FF Gleisdorf, Claus Meinert

Frosttief "Axel" bescherte uns fast minus 30 Grad

06.01.2017, 13:15

Der Frost regiert nun in ganz Österreich, denn Tiefdruckgebiet "Axel" hat Österreich klirrende Kälte beschert. Der Tiefstwert wurde am Brunnenkogel in Tirol auf 3437 Metern Seehöhe gemessen und betrug minus 29,7 Grad. Doch auch die Wiener zittern bei gefühlten minus 20 Grad.

Kräftiger Nordwestwind mit Böen von bis zu 70 km/h machen den Freitag in Wien bei Temperaturen von "nur" minus acht bis minus vier Grad besonders schwer erträglich: Dadurch liegt die gefühlte Temperatur bei unter minus 20 Grad. Dabei ist es wechselnd bewölkt, zwischendurch auch sonnig, vereinzelt können kurze unergiebige Schneeschauer durchziehen.

Stürmischer, teils orkanartiger Wind hat laut Lawinenwarndienst in Niederösterreich für frische Triebschneeablagerungen bis unter die Waldgrenze gesorgt. Seit Mittwochabend sind bis zu 45 Zentimeter Neuschnee gefallen. In den Ybbstaler und Türnitzer Alpen sowie im Rax- Schneeberg- Gebiet in Niederösterreich herrscht auch am Freitag weiterhin erhebliche Lawinengefahr. Auch am Samstag soll das Risiko laut Prognose des Warndienstes auf Stufe 3 der fünfteiligen Skala bleiben.

Foto: Paul Sodamin

Zwar sonnig und trocken, aber mit ebenfalls lebhaftem Wind aus nördlichen Richtungen präsentiert sich das Wetter im Burgenland. Dazu ist es bitterkalt. Die Frühtemperaturen lagen am Freitag bei minus zwölf bis minus acht Grad.

60 Zentimeter Neuschnee in Tirol

Überfallsartig hat in den Nachtstunden der Winter Tirol heimgesucht und dabei bis zu 60 Zentimeter Neuschnee abgeladen. Gleichzeitig stürzte die Temperatur ab, für Freitag wird in Tirol der kälteste Tag seit dem Jahr 2012 erwartet. Die kältesten Ortschaften waren Tannheim im Bezirk Reutte mit minus 21,2 Grad bzw. Ehrwald im selben Bezirk, wo die Thermometer minus 18,5 Grad anzeigten.

Drittkältester Ort der Nacht auf Freitag war laut Angaben der ZAMG- Meteorologen Aspach in Oberösterreich. In der Marktgemeinde im Bezirk Braunau hatte es minus 18,2 Grad. Mehr als 50 Zentimeter Neuschnee gab es dort in den Bergregionen. Bis Freitag soll die Schneehöhe noch auf insgesamt einen Meter anwachsen. Damit gilt erhebliche Lawinengefahr, es herrscht Gefahrenstufe drei.

Die kälteste Landeshauptstadt war Salzburg: Die Messstation am Flughafen zeigte minus 12,6 Grad an. Zudem gab es etliche Unfälle: Unter anderem geriet ein Lkw- Lenker (60) aus Zypern auf der Tauernautobahn bei Flachau ins Schleudern. Das Schwerfahrzeug prallte gegen die Mittelleitschiene, dabei wurde der Tank aufgerissen. Die A10 war für die Aufräumarbeiten gesperrt.

Zudem wurden seit Donnerstagabend zwei Snowboarder vermisst. Mehr als 40 Bergretter machten sich bei Hintersee im Flachgau auf die Suche nach dem Alpinisten- Duo, glücklicherweise wurden beide unverletzt in einer Almhütte in der Osterhorngruppe gefunden. Der 31- und der 32- Jährige hatten sich in der Hütte vor dem starken Schneetreiben in Sicherheit gebracht.

Die Bergretter in Salzburg suchten fieberhaft nach den vermissten Snowboardern.
Foto: Bergrettung Salzburg

Lawinengefahr in der Steiermark

Viel Neuschnee, kräftiger Wind und dann ein Wochenende, an dem es aufklart und es viele Sportler in die Berge zieht: Diese Kombination fürchten Lawinenexperten in der Steiermark. Bereits am Donnerstag herrschte im Norden des Landes Warnstufe 3. Im Osten und Süden mussten die Feuerwehren auch etliche Male ausrücken, um Pkw zu bergen - so etwa auf der A2 in Gleisdorf: Dort rutschte ein Pole mit seinem leeren Kastenwagen von der Straße über die Leitschiene in den Graben.

In Kärnten werden derzeit die Ski gegen Schlittschuhe getauscht: Der anhaltende Frost der vergangenen Tage hat das Land in ein Eislaufparadies verwandelt. Nach fünf Jahren wurde der Turnersee wieder für Kufenflitzer freigegeben, auf dem Weißensee wartet traumhaftes Spiegeleis. Auch in Kärnten kam es aufgrund des Winterwetters zu etlichen Unfällen, die Feuerwehren standen im Dauereinsatz.

In Kärnten freuen sich die Kinder über zugefrorene Seen und Flüsse.
Foto: Uta Rojsek-Wiedergut

Die Lawinensituation in Vorarlberg am Dreikönigstag wird von den Experten als heikel eingestuft. Oberhalb von 1800 Metern bestehe erhebliche Gefahr der Stufe 3, so die Warndienste. Schneefall, Sturm, kalte Temperaturen und eine störanfällige Altschneedecke sorgten für einen "perfekten Lawinenmix". Man rate daher zu großer Zurückhaltung.

Leichte Milderung erst am Sonntag

Auch am Samstag rollt die Kältewelle weiter über Österreich hinweg, mit Schneefall ist immer wieder zu rechnen. Erst von Samstag auf Sonntag prognostizieren die Experten der ZAMG eine leichte Frostmilderung.

Kronen Zeitung/red

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