Jahrelang war im Wimbledon "alles Roger" für den Schweizer, doch auch die Tennisexperten sehen Federers Stern sinken. "Die Zeit ist nicht auf seiner Seite", stellte der dreifache Wimbledon-Champion Boris Becker fest. Erstmals seit Federer mit seinem Debüt-Erfolg 2003 das Herren-Tennis im Sturm eroberte, blieb der 29-Jährige bei sechs Grand Slams in Serie ohne Turniersieg. Erstmals in 179 Matches verlor er ein Major-Spiel nach einer 2:0-Satzführung. Statistiken, die Zweifel an den künftigen Chancen des Superstars aufkommen lassen. "Roger Federers Nimbus bröckelt - der Grat an der Spitze ist schmal geworden", urteilt die "Neue Zürcher Zeitung".
Denn nicht nur Rafael Nadal und Novak Djokovic bringen Federer beständig in Not. Mittlerweile sind auch Akteure wie der Franzose Tsonga, der nach dem Fünfsatz-Sieg am Mittwoch voller Freude über den Platz tobte, immer wieder eine Gefahr für den einst Unantastbaren. Federer selbst war nach der bitteren Pleite erstaunlich gelassen.
Rekordjagd auf nächstes Jahr verschoben
Er glaube nicht, dass dies das Ende einer Ära sei, beschied der Familienvater den kritischen Fragestellern. "Ich denke, mein Spiel war in diesem Jahr gut genug, um das Turnier zu gewinnen." Das zweite Viertelfinal-Aus in Wimbledon en suite entmutige ihn überhaupt nicht, betonte der 16-fache Grand-Slam-Gewinner abschließend. Federer muss damit die Jagd auf die Bestmarke von William Renshaw und Pete Sampras um ein Jahr verschieben.
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