Do, 23. November 2017

Stinkbomben

13.04.2008 20:31

„Nur Stunk mit Säure machen!“

„Ich hab’ geglaubt, dass mit Buttersäure nichts Schlimmes passieren kann“, beteuert zerknirscht der Stinkbombenbastler Nikolaus B. (45), der für den Baulandspekulanten Johann V. (48) fünf Politikern und Beamten ätzende Post verschickt haben soll: Der Vater zweier Kinder habe niemanden verletzen, nur auftragsgemäß ärgern wollen.
Es gilt die Unschuldsvermutung. Wie exklusiv berichtet, hätte der Ex-Taxler und Neo-Saunameister aus Zwiesel (D) für den Landmaschinenhändler in Raab 15.000 Euro Außenstände eintreiben sollen, aber 1500 Euro Vorschuss ohne Gegenleistung ausgegeben. Weil er das Geld nicht mehr zurückzahlen konnte, sollte Nikolaus D. dann Johann V. einen „Gefallen“ tun und fünf Kontrahenten einen „Stunk“ machen: Das war umso leichter, weil er aus seiner Taxler-Zeit noch Buttersäure daheim hatte, die’s in oberösterreichischen Apotheken nur auf Bestellung gibt. Diese pestialisch stinkende „Butansäure“ wird für die Ledergerbung oder als Verbissschutz beim Aufforsten gebraucht - und für Konkurrenzkämpfe im Rotlichtmilieu benützt. „Wir mussten tagelang lüften und Einrichtungsgegenstände hinauswerfen“, weiß der Weißkirchener Alt-Bürgermeister und SPÖ-Landtagsabgeordnete Rudolf Prinz (61), der sich beim Schnüffeln an der Säure die Augen und Atemwege verätzt hat.


Deshalb muss der Absender schon bald mit einer strengen Strafe rechnen. Der Auftraggeber könnte nun nach fünf Wochen U-Haft entlassen werden, wenn er ein milderndes Geständnis ablegt, die Haftgründe Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr wegfallen. Doch sein Wiener Verteidiger plädiert noch auf „Intrige“. Aber der Welser Staatsanwalt will mit Belastungszeugen nicht nur die Säureattentate, sondern auch Betrügereien mit fast 500.000 Euro Schadenssumme nachweisen.


Foto: Markus Wenzel
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