Di, 23. Jänner 2018

Kein Verbot

15.03.2008 16:48

Freiwilliger Nichtraucher-Schutz in Oberösterreich

Während Bayern mit seinem strengen Rauchverbot auch große politische Probleme hat, setzt Oberösterreichs Gastronomie weiter auf freiwilligen Nichtraucherschutz - und sieht hier „den Plafond erreicht“: Immerhin 80 Prozent der Wirte mit mehr als 75 Quadratmetern Lokalfläche bieten rauchfreie Gasträume und -zonen an, mehr hält die Wirtschaftskammer für „unrealistisch“.

„Unsere Verpflichtungserklärung haben 90 Prozent der in Frage kommenden Gastwirte unterschrieben“, fasst Gastronomie-Geschäftsführer Peter-Paul Frömmel das Ergebnis der Rauchfrei-Kampagne der Kammer zusammen: „Tatsächlich halten sich 80 Prozent daran, wenn man realistisch ist.“ Darüber hinaus gebe es etwa 40 bis 50 Lokale unter 75 Quadratmetern, die rauchfrei geführt werden. „Die findet man aber nur im Zentralraum, wo es eine große Auswahl an Lokalen gibt und Rauchfreiheit als spezielles Angebot Vorteile bringt.“

Auf dem Land würde ein generelles Rauchverbot, wie es in Deutschland eingeführt wurde, viele Wirte ruinieren, glaubt die Kammer. „Die deutschen Erfahrungen sind verheerend“, so Frömmel: „Es gibt daher schon gegen das übertriebene Rauchverbot ein einstweiliges Urteil in Rheinland-Pfalz. Österreich muss aus den Fehlern lernen und gleich eine vernünftige Regelung treffen.“

Vernünftig wäre für die Kammer eine Wahlfreiheit für die Wirte kleinerer Lokale. Nur so könnten Dorfwirtshäuser überleben, die ohne Raucher nicht genug Umsatz machen würden.

Rauchverbote aus Gründen des Arbeitnehmerschutzes seien kontraproduktiv: „Dann kommen Verwandte als Geschäftspartner und es wird niemand mehr angestellt“, vermutet Frömmel: „Oder die Kellnerin arbeitet schwarz. Das wäre auch nicht im Sinn des Erfinders.“

 

Foto: Chris Koller

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