Mi, 22. November 2017

Beweise verrottet

05.03.2008 07:51

Prostituierten-Mord soll nun geklärt werden

Nach den Skandalfällen Kampusch und Heidegger will auch das oö. Landeskriminalamt alle alten „Leichen“ aus dem Keller holen: Der Mörder der Linzer Prostituierten Gabi Blaha (25) soll sogar noch nach 22 Jahren überführt werden, obwohl die Polizei Spuren vernichten und das Gericht Beweise verrotten ließ.

Mit DNA-Analysen und CSI-Methoden kann das nun startende „Cold Case“-Management nichts mehr klären: Nachdem das Straßenmädchen am 16. Oktober 1985 in seinem Zimmer in der Linzer Hofgasse erstochen gefunden worden war, wurde der Tatort zum Rummelplatz von Schaulustigen bis hin zu Stadtpolitikern. Was sie an Spuren übrig ließen, vernichtete die damalige Kriminaltechnik. Der Rest der Beweisstücke landete im feuchten Gerichtskeller, wo das Bettzeug samt Blut-, Haar- und Spermaspuren verrottete.

Aber es gab und gibt einen Verdächtigen, für den die Unschuldsvermutung gilt: Der Zuhälter und Rennfahrer Tibor Foco, der fünf Monate später wegen des Mordfalls Elfi Hochgatter verhaftet worden war, soll seinem „Bunny“ Regina U. sogar gestanden haben, Gabi Blaha erstochen zu haben: „Sei still, sonst geht’s  dir genauso!“

Die Kripo fand Zeugen, die Foco mit Gabi gesehen haben wollen, als er Personal für seinen Club gesucht hatte. Zu beweisen war aber nichts, sodass die Staatsanwaltschaft nur einen Prostituiertenmord anklagte.

Foto: „Krone“

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