So, 22. April 2018

Verbot erlassen

20.08.2007 11:42

US-Psychologen sagen Nein zu Folterverhören

Mitglieder der US-Psychologenvereinigung wollen bzw. dürfen künftig nicht mehr bei Folter-Verhören in US-Militärgefängnissen dabei sein. Das Führungsgremium der Berufsorganisation beschloss nahezu einstimmig ein Verbot, das Mitgliedern des Verbandes verbietet, als „Berater“ bei Scheinhinrichtungen zu fungieren. Zu einem von einigen Psychologen geforderten totalen Anwesenheitsverbot in Militärgefängnissen konnte sich das Gremium nicht durchringen.

Dem Beschluss gingen zahlreiche Protestveranstaltungen und Demonstrationen gegen die Beteiligung von Mitgliedern der American Psychological Association an Folterverhören voraus. Nun dürfen die "Shrinks" - wie sie in den USA, wo beinahe jeder Bürger einen Seelenklempner seines Vertrauens hat, genannt werden - künftig nicht mehr dabei sein, wenn Gefangene durch Isolationshaft und Schlafentzug zum Sprechen gebracht werden sollen.

Der Beschluss ging vielen Mitgliedern aber nicht weit genug: „Ich hätte gern gesehen, wenn Psychologen künftig nur noch behandeln und nicht bei Verhören dabei sind“, sagte beispielsweise die Psychologin Laurie Wagner der Nachrichtenagentur AFP.

Die Gegner ein totalen Anwesenheitsverbots in Militärgefängnissen argumentierten damit, dass die Psychologen oft die letzte Rettung für die Inhaftierten seien. „Ich komme gerade von Kuba“, sagte beispielsweise Larry James, Führungsmitglied der American Psychological Association. „Wenn wir die Psychologen aus Guantanamo abziehen, dann werden unschuldige Menschen sterben.“

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