Mo, 23. April 2018

Teures Vergnügen

16.08.2007 16:53

Einmal Pinkeln kostet in Schweden 85 Euro

Schwedens Polizei macht wie nie zuvor Jagd auf Pinkler – wenn sich deren Strahl gegen Straßenlaternen, Parkbäume, Büsche oder Kioskwände richtet. 2.500 Schweden haben seit Jahresbeginn schon das Bußgeld über 800 Kronen (85 Euro) für "Erregung öffentlichen Ärgernisses" in die Staatskasse zahlen müssen. "Alles andere hat nicht geholfen", erklärt Polizeisprecher Ulf Karlsson in der Ostseestadt Kalmar.
Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 3.300 Pinkelsünder zur Kasse gebeten - da betrug die Strafe allerings "nur" 500 Kronen. Die neue Linie hat laut Karlsson auch damit zu tun, dass die öffentliche Belästigung durch Wasserlassen, im Schwedischen "kissa" genannt, massiv zugenommen hat: "Wir haben jetzt praktisch südeuropäische Zustände mit all den Freiluft-Lokalen und Cafes. Da steuern die Leute nach dem großen Bier einfach den nächsten Pfahl an." 90 Prozent aller Ertappten seien betrunken gewesen.


Die Kontrolleure sind angehalten, nicht erst lange zu diskutieren, sondern gleich den Strafzettel zu zücken, wenn sie jemanden in flagranti ertappen. "Natürlich sind wir nicht so, falls jemand triftige Gründe wie eine Prostata-Erkrankung vorbringen kann", sagt Karlsson. Die meisten Betroffenen würden anstandslos zahlen, aber in der Regel auch mit schwerer Zunge fragen, ob die Polizei denn nichts Besseres zu tun habe.


Frauen pinkeln korrekt
Karlsson kennt keinen Fall mit einer Frau als Pinkelsünderin. Allerdings sind Frauen häufig als "Opfer" betroffen. Wie Margita Westin aus Östersund, deren Vorgarten direkt gegenüber einem Biergarten liegt. "An diesem Wochenende war's ruhig. Ich hab nur etwa zehn Leute in meinem Garten pinkeln gesehen", berichtete sie.


Wenn Frauen sich das Recht herausnehmen, öffentlich zu pinkeln, löst das in der Männer-Welt gleich einen Sturm der Entrüstung aus. So geschehen im Frühsommer in Schweden, als die spanische Performancekünstlerin Itziar Okariz in Umea nördlich des Polarkreises "Public Peeing" ("Öffentliches Pinkeln") aufführte. "Ja, zahlen wir denn für so was unsere Steuern" fragten empörte männliche Leserbriefschreiber, die sich ungerecht behandelt fühlten. Okariz ging nämlich nicht nur straffrei aus, sie bekam für ihre Kunst auch noch 10.000 Kronen Honorar.

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