Mo, 11. Dezember 2017

Bad Gastein

10.11.2017 18:08

„Haus Austria“ retten

Das "Haus Austria" war einst der Sitz der Gemeinde, über den zahlreichen Geschäften fand sich das internationale Publikum im Lesesaal ein. Heute verfällt es so wie das Kongresszentrum. Beide Objekte in Bad Gastein sind im Besitz der Familie Duval.

Nach Ansicht des Gastronomen und Politikers Sepp Schellhorn wurde bei den Verhandlungen des Landes mit Philippe Duval & Co. ein wesentlicher Fehler gemacht: Das mehrstöckige gewaltige Gebäude und das mit den berühmten Kristallkugeln verzierte Tagungszentrum hätten ebenso in den Kauf einbezogen werden müssen wie das Haus Sponfeldner, das den Investoren Haselsteiner und Grossnigg gehört. Zumindest eine Option wäre notwendig gewesen.

"Krone"-Leser sind informiert, wie sich die Vertreibung der Mieter aus dem früheren Geschäftszentrum Kaiser Franz Josefstraße und am Straubingerplatz abgespielt hat. Die Duvals ließen die Häuser brutal verfallen, Wasser floss durchs Dach, dann wurden Sperrgitter aufgestellt.

In den Glanzzeiten von Bad Gastein fand sich der Wiener Modezar "Adlmüller" mit einer Filiale am Straubingerplatz.

Am Graben in der Wiener Innenstadt sind beim feinen Kleidergeschäft "Knize" an der Hausfront noch die Standorte zu sehen: Wien-Paris-Bad Gastein.

Warum verkauft Duval nicht alles?

Ein Rätsel ist, warum die Duval-Erben und Partner nicht das Haus Austria und das Kongresszentrum zum Kauf angeboten haben. Wollen sie für die teilweise verfallenen Objekte noch einen besseren Preis erzielen?

Landeshauptmann Wilfried Haslauer winkt ab, er hält den Ankauf der drei Objekte Straubinger, Alte Post und Badeschloss für notwendig, doch könne Salzburg nicht noch mehr als Immobilien-Käufer auftreten. Es sei eine "Notlösung" für wenige Jahre gewesen.

Denkmalamt versagte völlig

Völlig versagt hat das Bundesdenkmalamt, denn die Ensembles am Straubingerplatz stehen unter Schutz. Der Verfall der Gebäude war für jeden Laien erkennbar.

Überdies hätte der Landtag ein strenges Gesetz beschließen können, möglicher Titel: "Verfall von denkmalgeschützten Ensembles und Gegenmaßnahmen."

In diesem Zusammenhang verweisen Experten auf die Zweitwohnsitz-Regelung, die sogar die Rückabwicklung von Verkäufen und Versteigerungen androht. "Gegen Besitzer von Ferienwohnungen geht man vor, gegen skrupellose Spekulanten nicht."

Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden