Sa, 18. November 2017

In Arnies Geburtsort

03.11.2017 16:54

Nervenkrimi um Friedrich F. geht nahe Graz weiter

Am sechsten Tag der Jagd auf den Todesschützen von Stiwoll, der am Sonntag nach einem Nachbarschaftsstreit zwei Menschen erschossen haben soll, ist am Freitagvormittag eine "Örtlichkeit" im Gemeindegebiet von Thal nahe Graz - dem Geburtsort Arnold Schwarzeneggers - überprüft worden. Einem Hinweis aus der Bevölkerung wurde nachgegangen, "wie wir es in den vergangenen Tagen ständig machen", erklärte Polizeisprecher Markus Lamb. Hunderte Polizisten und Cobra-Beamte waren im unwegsamen Hügelland entlang der Grazer Stadtgrenze unterwegs.

Die Atmosphäre war gespenstisch. Beim Buswartehäuschen am Thalersee standen Pensionisten und warteten, direkt daneben die Cobra-Beamten in schwerer Montur, die Waffen im Anschlag. Die Ausflügler, die um den See spazierten, ließen sich vom Lärm kreisender Hubschrauber aber nicht stören.



Der See ist ein beliebtes Ausflugsziel der Grazer, keine fünf Kilometer westlich der Stadt - und 15 Kilometer entfernt von Stiwoll, wo Friedrich F. (66) am Sonntag zwei Menschen erschossen haben soll.

Sichtung nahe Volksschule?
Freitagfrüh will ein Zeuge den Verdächtigen samt einem Rucksack in Thal - dem Geburtsort Arnold Schwarzeneggers, etwa sieben Kilometer Luftlinie östlich von Stiwoll - nahe der Volksschule gesichtet haben. Er soll einen Rucksack auf dem Rücken getragen haben.

Hubschrauber im Einsatz
Sofort rauschte ein Teil der Hundertschaften an, die das Gelände um Stiwoll und Thal - unter anderem auch mit zwei Hubschraubern - durchkämmten. Schule und Gemeindeamt wurden gesperrt. Das Waldgebiet am 754 Meter hohen Plabutsch wurde von der Polizei abgesucht. Am Abend wurde die Suchaktion am Stadtrand von Graz ergebnislos beendet. Am späten Nachmittag waren die meisten Kräfte wieder abgezogen.

Postenketten eingerichtet
Die Polizei hatte entlang der Thalerseestraße eine Postenkette eingerichtet. Gleichzeitig wurden mit Sturmgewehren bewaffnete Beamte vom Bereich der Aussichtswarte des Fürstenstands, wo sich ein großer Parkplatz einer Buschenschank befindet, innerhalb einer Suchkette talwärts durch den Wald Richtung Thalerseestraße geschickt. Auch Polizeihunde standen im Einsatz. Wegen des Aufmarsches war die Steinbergstraße, die den Grazer Westen mit Hitzendorf elf Kilometer südlich des Tatorts Stiwoll verbindet, für den Verkehr gesperrt. Staus waren die Folge.

Panzerfahrzeuge in Stiwoll
Hinweise auf vermeintliche Sichtungen des mutmaßlichen Doppelmörders hat es in den vergangenen Tagen immer wieder gegeben. Seine Ehefrau, die Jägerin ist, soll in der Gegend ein Jagdrevier haben, in dem sich auch F. bestens auskennt. In Stiwoll selbst werden auch zwei bis drei gepanzerte Fahrzeuge der Exekutive bereitgehalten.

Letztes Geleit
Am Samstag um 15 Uhr wird eines der Opfer des mutmaßlichen Todesschützen, ein 64-jähriger Nachbar des Mannes, am Friedhof von Stiwoll zu Grabe getragen. Das zweite Opfer, eine 55-jährige Frau, soll am Dienstag beerdigt werden. In beiden Fällen war gebeten worden, von Blumengestecken oder Kränzen abzusehen und stattdessen an die Pfarrkirche Stiwoll bzw. für die örtliche Feuerwehr oder den Musikverein zu spenden.

Video: Fahndung nach Doppelmörder in Stiwoll

Matthias Wagner und Monika Krisper, Kronen Zeitung, krone.at

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden