Fr, 24. November 2017

Von allem reichlich

18.10.2017 06:10

„Forza Motorsport 7“: Mehr Rennsport geht nicht

Mehr Autos, mehr Strecken, mehr Modi und Features: "Forza Motorsport 7" hat von allem reichlich - und erweist sich damit als bislang umfangreichste Ausgabe der Microsoft'schen Rennsimulation.

Die schlechte Nachricht zuerst: Sein volles Potenzial wird "Forza Motorsport 7" wohl erst auf der Anfang November erscheinenden Xbox One X entfalten. Erst dann nämlich wird der Rennzirkus in ultrahochauflösendem und vor allem nativen 4K mit 60 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm rasen. Die gute Nachricht: Großartig sieht "Forza" auch jetzt schon aus. Auf der Standard-Xbox-One liefert der Titel ebenfalls konstante 60 Frames, wenn auch eben "nur" in Full-HD - mehr als genug also, um fasziniert mitanzusehen, wie sich das Renngeschehen im Hochglanzlack der Boliden spiegelt.

Autos noch und nöcher
Apropos Boliden: Über 700 Autos hat Entwickler Turn 10 in sein Spiel gepackt - vom antiken Oldtimer über die leistbare Familienkutsche bis zum Supercar. Zum Vergleich: "Project Cars 2" oder das diesen Mittwoch erscheinende "Gran Turismo Sport" bieten weniger als 200. Viele Autos dürften "Forza"-Fans bereits vom Arcade-Ableger "Forza Horizon 3" bekannt sein, darunter etwa die Muscle-Cars aus "Fast & Furious". Besonders stolz ist man bei Turn 10 aber auf die bislang größte Anhäufung von Porsches, Ferraris und Lamborghinis in einem Rennspiel. So darf man sich etwa erstmals - wenn auch nur virtuell - hinter das Steuer des brandneuen Porsche 911 GT2 RS klemmen.

Das Problem: Der Fuhrpark will wie gehabt erst erarbeitet werden. "Forza Motorsport 7" bietet dafür die bis dato umfangreichste Karriere, den "Driver's Cup". Der Weg zu diesem führt jedoch über sechs verschiedene Meisterschaften, die sich wiederum aus unterschiedlichsten Rennen und teils auch Spaß-Events wie Auto-Bowling zusammensetzen. Hinzukommen zahlreiche Multiplayer-Modi, Ligen, Herausforderungen und ein lokaler Split-Screen-Modus.

Schwierigkeitsgrad und Fahrer individuell anpassbar
Wie immer gilt: Der Schwierigkeitsgrad lässt sich individuell anpassen, sodass niemand vom Rennzirkus ausgeschlossen wird. Einsteiger freuen sich demnach über Bremsasisstent, Spuranzeige und andere Hilfen, während Profis "ohne alles" fahren, im Tuning-Eck selbst Hand an Stoßdämpfer & Co. legen und manuell schalten. Neu ist, dass dismal auch das Tuning des Fahrers nicht zu kurz kommt und dieser mit unterschiedlichsten Outfits und Accessoires (Fliegerbrille? Halstuch?) den eigenen optischen Vorlieben angepasst werden kann.

Auf Regen folgt Sonnenschein
Eine weitere große Neuerung betrifft das Wetter. Dieses ist nun endlich wie in "Forza Horizon 2" dynamisch, kann also jederzeit umschlagen und ist nicht mehr wie zuletzt noch in "Forza Motorsport 6" schon vor dem Start für die Dauer des gesamten Rennens vorgegeben. Plötzliche Wetterumschwünge haben natürlich Auswirkungen, sowohl auf Optik und Sound (grelle Blitze, lauter Donner) als auch Gameplay. So droht durch starken Regen etwa allgemein erhöhte Rutsch- und Aquaplaning-Gefahr. Klart es dann wieder auf, kann man dabei zusehen, wie der Asphalt allmählich trocknet. Oder - im umgekehrten Fall - wie der Staub von der Frontscheibe gewaschen wird. Es sind kleine Details wie diese, die "Forza Motorsport" auf eine neue Stufe des Realismus heben.

Zugleich sorgt das dynamische Wetter mit seiner Unberechenbarkeit dafür, dass kein Rennen dem anderen gleicht. Das gilt auch für die Strecken. 32 davon stehen zur Auswahl, inklusive aller Kurse aus "Forza Motorsport 6" sowie einiger aus "Forza Motorsport 4", darunter etwa der Maple Valley Raceway oder die Circuits von Mugello und Suzuka. Wirklich neu ist lediglich eine - fiktive - Strecke in Dubai. Sie fordert Fahrer jedoch gleich in mehrfacher Hinsicht: mit vom Sand verwehten Asphalt, einer steilen, serpentinenreichen Bergpassage, einem langen, dunklen Tunnel und rüttelndem Kopfsteinpflaster.

Fazit: Mehr Rennsport als in "Forza Motorsport 7" geht aktuell auf der Xbox One nicht. Auch der neueste Ableger der Serie punktet mit sattem Auto-, Strecken- und Modi-Angebot in ruckelfreier Hochglanzoptik. Wer allerdings "Forza Motorsport 6" und "Forza Horizon 3" bereits sein Eigen nennt, findet in "Forza Motorsport 7" vergleichsweise wenig Neues.

Plattform: Xbox One (getestet), PC
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 8/10

Sebastian Räuchle
Redakteur
Sebastian Räuchle
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