Mo, 20. November 2017

Sein größter Wunsch

05.08.2017 15:57

Trucker-Treffen für Fan Erwin

Erwin Schimpl aus Waldneukirchen leidet an einer unheilbaren Form des Muskelschwundes. Lkw in allen Größen, Farben und Formen sind die große Leidenschaft des 34-Jährigen. Sein sehnlichster Wunsch: Ein Trucker-Treffen am elterlichen Hof. "Brummi"-Lenker aus ganz Österreich machten das nun für ihn möglich.

"Ich bin völlig überwältigt", sagte Erwin Schimpl gerührt, als er am Samstag mit seinem Elektro-Rollstuhl an den links und rechts seitlich der Hofzufahrt im Spalier auf der Wiese geparkten Trucks vorbeifährt. Sogar aus Tirol, Vorarlberg und Bayern waren "Brummi"-Fahrer extra nach Waldneukirchen gereist, um Erwin eine Freude zu bereiten. "Ich bin begeistert", versichert der junge Mann mehrmals.
90 Fahrer hatten sich für das Event angekündigt, ein Teil von ihnen war schon Freitag Abend angerollt, um mit Erwin und seiner Familie zu feiern. "Wir sind erst um 4.30 Uhr ins Bett gekommen, es war total nett", sagt sein leicht erschöpfter Vater Engelbert Schimpl - siehe auch Interview unten. Die offizielle Eröffnung erfolgte am Samstag um 13 Uhr, Höhepunkt war am Abend ein Konzert mit der Band "AlpenLand-Gaudi".

Spenden gesammelt
Die Idee zu dem "Trucker-Treffen für Erwin" hatte sich auf sozialen Netzwerken im Internet rasch verbreitet. Schimpl ist auf diese Weise regelmäßig mit Fernfahrern in Kontakt, die ihm dann Fotos von ihren jeweiligen Touren durch ganz Europa schicken. "Wir haben gesagt, wir probieren das und sind bei unseren Firmen sammeln gegangen, damit der Familie nur ja keine Unkosten entstehen", sagt Berufskraftfahrer Mike Wagner (41) aus Ansfelden. Ein 250-Mann-Zelt, Lebensmittel, Getränke und die musikalische Unterhaltung wurden organisiert.
"Wir haben auch die Erlaubnis unserer Arbeitgeber eingeholt, damit wir mit den Lkw herkommen können", so Wagner. Der Erwin sei diesen ganzen Aufwand aber mehr als wert: "Er ist ein Super-Typ!"

"Da geht einem das Herz über!"
Engelbert Schimpl zeigt sich von der Zahl an Lkw-Lenkern, die seinem Sohn mit ihrer Teilnahme eine Freude machten, ganz ergriffen.

"Krone": Ihr Sohn Erwin ist ein leidenschaftlicher Lkw-Fan.
Engelbert Schimpl: Ja, er sammelt nicht nur Fotos, kennt jeden Lkw-Typ und ist mit vielen Fahrern befreundet, sondern steckt auch noch viel Geld  in seine Modell-Sammlung. Er hat schon mehr als 100 Modelle daheim.

"Krone": Er leidet an massivem Muskelschwund, sitzt im Rollstuhl und muss seit einem Kehlkopfschnitt eine Sprechkanüle verwenden.
Schimpl: Drei unserer sieben Kinder sitzen im Rollstuhl. Der Erwin ist vor Jahren nach einer Lugenentzündung fast gestorben. Ich merke auch, dass er schwächer wird, doch er hat einen enormen Lebenswillen. Der Erwin ist auch immer gut drauf und jammert nie.

"Krone": Sie sind in den vergangenen Jahren mit Ihrem Erwin auch zu verschiedenen Trucker-Treffen gefahren.
Schimpl: Dabei ist bei ihm der Wunsch gereift, dass wir auch einmal ein solches Treffen veranstalten. Großartig, dass das jetzt gelungen ist. In der Trucker-Szene gibt es so viele feine Menschen. Da geht einem das Herz über, wenn man sieht, was die für beeinträchtigte Menschen alles übrig haben.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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