Di, 22. Mai 2018

Kabelbinder dabei

04.08.2017 14:15

Mann wollte Frauen in Pkw zerren: 18 Monate Haft

Am Landesgericht Salzburg ist am Freitag ein 28-jähriger Rumäne zu 18 Monaten Haft, sechs davon unbedingt, verurteilt worden. Der Mann soll Anfang April in der Stadt Salzburg nacheinander zwei Frauen attackiert und versucht haben, sie in sein Auto zu zerren. Im Zuge der Ermittlungen stieß die Polizei auf einen weiteren Angriff im September 2016. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der verheiratete Techniker aus dem Innviertel - er ist Vater einer fünfjährigen Tochter - griff im April in der Nähe einer Tankstelle in der Salzburger Sterneckstraße eine 21-jährige Studentin aus Deutschland an und wollte sie in sein Auto ziehen. Die Frau konnte sich rechtzeitig durch Tritte und lautes Schreien befreien und davonlaufen.

Rund vier Stunden später kam es in der Ernest-Thun-Straße zu einer zweiten Attacke. Der Mann packte eine in Salzburg lebende Taiwanesin (27) am Hals und drängte sie in eine Tiefgaragen-Einfahrt. Dort riss er die Frau zu Boden und versuchte, sie auf die Rückbank seines Pkw zu zerren.

Zeugin filmte Tat
Der Frau gelang es, eine Zeugin auf sich aufmerksam zu machen, die den Vorfall von der anderen Straßenseite aus mit ihrem Handy dokumentierte. Als der Täter das bemerkte, ließ er von seinem Vorhaben ab. Er stieg ins Auto und raste gegen eine Einbahn davon.

Die 27-Jährige wurde bei dem Angriff am Hals, an den Knien und an den Händen verletzt und erlitt Abschürfungen an der Stirn. Laut Staatsanwältin Barbara Fischer bestand durch das Würgen am Hals Lebensgefahr. Die Asiatin erlitt eine posttraumatische Belastungsstörung und war nach dem Angriff einen Monat lang nicht arbeitsfähig.

Kabelbinder im Handschuhfach
Durch die Handy-Aufnahmen der Zeugin und das darin erkennbare Autokennzeichen konnte die Polizei den Rumänen rasch ausforschen. Beamte der Spurensicherung durchsuchten den Pkw und fanden im Handschuhfach zwei Kabelbinder. Der Mann wurde zunächst auf freiem Fuß angezeigt und kurze Zeit darauf in Untersuchungshaft genommen. Später stellte sich heraus, dass er bereits am 4. September 2016 in Oberndorf im Flachgau eine Frau auf ähnliche Weise angegriffen haben soll.

Über seine Motive wollte der 28-Jährige am Freitag vor Gericht nicht sprechen. Staatsanwältin Fischer ging aber davon aus, dass der Mann die Frauen ins Auto zerren wollte, um Sex mit ihnen zu haben. Der nicht vorbestrafte Angeklagte bekannte sich schuldig und sprach von einem großen Fehler. "Es tut mir leid. Ich wollte nichts Schlechtes machen. Ich schäme mich, und meine Familie schämt sich für mich."

"Dachte, es seien Prostituierte"
Er habe damals geglaubt, bei den Frauen handle es sich um Prostituierte. "Schaut so eine Prostituierte aus", fragte Rieder und legte ein Foto einer normal gekleideten Frau vor, das diese vor dem Angriff zufällig von sich gemacht hatte. "Nein", räumte der Angeklagte ein. Sein Verteidiger sprach heute von "völlig missglückten Annäherungsversuchen".

Drei Jahre auf Probezeit
Einzelrichter Philipp Grosser verurteilte den Rumänen schließlich wegen schwerer Körperverletzung und dreifacher versuchter Freiheitsentziehung. Der bedingte Teil der Strafe gilt auf eine Probezeit von drei Jahren. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Der Zahlung von Teilschmerzensgeldern in der Höhe von rund 8400 Euro stimmte der 28-Jährige zu.

 krone.at
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