Fr, 24. November 2017

Bergsteiger-Paar:

22.07.2017 14:30

„Wunder, dass wir Blitzschläge überlebten“

"Ich habe mich gegen den Tod gewehrt", berichtet Bergsteiger Christoph Zweimüller (41)ausRied/Innkreis, nachdem er mit seiner Freundin Dijana (37) aus Linz auf der Tiroler Nordkette - wie berichtet - dreimal vom Blitz gestreift wurde. Der Schock sitzt bei dem Paar noch tief, auch wenn es körperlich wieder gesund ist.

Einige Tage sind seit dem Horror-Erlebnis auf der Nordkette vergangen - wie geht es Ihnen jetzt?

Mir geht es halbwegs gut, ich will das Erlebnis so schnell wie möglich abschütteln. Aber meine Freundin ist noch sehr geschockt, fürchtet sich bei jedem Gewitter sehr. Vielleicht werden wir psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.

Sie sind erfahrener Bergsteiger, warum gerieten Sie in das schwere Unwetter?

Wir haben uns die Route gut angeschaut und uns vorbereitet, wollten auch nach vier Stunden absteigen, fanden aber keine sichere Möglichkeit. Da zogen auf einmal die Wolken auf - wir haben uns flach hingelegt und uns ins Stahlseil eingehängt.

Schon blitzte es.

50 Meter von uns entfernt schlug der erste Blitz ein. Ich hab’ geglaubt, es ist vorbei mit uns. Es war, als würde ich von innen heraus explodieren, es hat uns richtig ausgehoben. Meine Freundin schrie: "Ich brenne, ich brenne", schüttete sich in Panik Wasser über den Rücken. Dann haben wir gehofft und gebetet.

Es war aber noch lange nicht vorbei.

Der nächste Blitz schlug direkt bei meinen Füßen ein, sprengte Gesteinsbrocken aus dem Berg. Ein dritter Blitz kam dann noch oberhalb von uns herunter. Wir hatten Todesängste.

Die Bergrettung kam rasch.

Die waren wahnsinnig schnell und holten uns mit zwei Hubschraubern raus.

Im Spital in Innsbruck wurden sie durchgecheckt.

Ja, wobei mir nicht so viel passiert ist, aber Dijana war verletzt, hatte Herzrasen, wahnsinnigen Ruhepuls. Zum Glück konnten wir am Mittwoch  nach Hause.

Traut man sich nach so etwas je wieder auf den Berg?

Ich schon, aber bei meiner Freundin dauert es noch. Es war ein Wunder, dass wir überlebt haben.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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