Mi, 22. November 2017

Strache teilt aus

25.06.2017 12:52

„Ich komm‘ jetzt erst ins politisch beste Alter“

Seit Eva Glawischnig bei der Bekanntgabe ihres Rücktrittes gemeint hatte, einzig FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sehe man sein Dienstalter an, und Sebastian Kurz die Verjüngung der ÖVP vollzieht, gibt es hämische Kommentare, ob nicht auch der blaue Kanzlerkandidat Platz für die nächste Generation machen sollte. Doch Strache hält nichts davon: "Ich komm' überhaupt erst ins politisch beste Alter." Zudem sei er - entgegen anderslautenden Gerüchten - fit und gesund.

Claudia Stöckl war im Rahmen ihrer Ö3-Sendung "Frühstück bei mir" diesmal zu Gast bei Heinz-Christian Strache in seinem Nebenwohnsitz in Klosterneuburg nördlich von Wien. Und da waren auch das Älterwerden und die Gesundheit des FPÖ-Chefs Thema - vor allem weil Straches Frau, die um 18 Jahre jüngere Philippa Strache, gemeint hatte, sie mache sich Sorgen um den Gesundheitszustand ihres Mannes, er sei angeschlagen.

Das dementierte Strache umgehend. Er sei fit und gesund, habe aber ein paar Monate an den Folgen einer übergangenen Lungenentzündung laboriert. "Es war durchaus dramatisch", so Strache, der von einer mehrmonatigen Antibiotikakur spricht. Nun aber sei alles wieder in Ordnung: Er trainiere wieder, gehe laufen - aber er rauche auch wieder. "Ich muss zugeben, es schmeckt mir leider."

Außerdem habe es ihm nicht gefallen, dass er, als er mit den Zigaretten aufgehört habe, fast zehn Kilo zugenommen und Monate gebraucht habe, bis er sich wieder bei einem Gewicht von 85 bis 98 Kilo eingependelt habe.

"Absurd, dass ich 'Fake Glasses' tragen soll"
Optisch hat sich der FPÖ-Chef in den letzten Monaten auch wegen seiner Brille verändert, die er seit ein paar Monaten trägt. Dass einige das Gestell - angelehnt an Fake News - "Fake Glasses" nennen, kann er nicht nachvollziehen. "Das ist absurd." Er trage sie nicht, um wie ein "Elder Statesman" zu wirken, sondern er habe 2,5 Dioptrin und eine Hornhautverkrümmung und damit tatsächlich eine "unglaubliche Sehschwäche". Er habe es nur lange nicht wahrhaben wollen und immer nur zu Hause eine Lesebrille getragen.

Derartige Gerüchte führt Strache auf "den politischen Mitbewerber" zurück. Der dürfte es auch sein, der auf seinen Social-Media-Seiten die Hasspostings hinterlasse. Diese Postings kämen oft von Fake-Profilen, die "komischerweise immer nur vor Wahlen" in Erscheinung träten. "Da gewinnt man den Eindruck, dass es da 'War Rooms' von politischen Mitbewerbern gibt." Dass menschenverachtende Postings,wie oft angekreidet wird, in manchen Fällen stundenlang zu lesen seien und erst spät gelöscht würden, sei natürlich nicht so gewollt: Er habe Freiwillige, die die Kommentare unter seinen meist selbst geposteten Inhalten durchforsten, aber diese Helfer könnten angesichts der Flut an Postings "nicht zaubern".

"So ein Messias-Gehabe kann rasch zusammenbrechen"
Dem Dreikampf mit Christian Kern (SPÖ) und Sebastian Kurz (ÖVP) und der Frage, ob diese als Wahlkampf-Neulinge mehr wirken könnten, sieht er gelassen entgegen: "Beide, sowohl Kern als auch Kurz, sind neue Gesichter, aber sie haben sich noch keiner Wahl gestellt. Und ich sage immer, so selbst ernannte künstliche Messias-Darstellungen mit einem Messias-Gehabe, das kann oft relativ rasch zusammenbrechen. Es kommt nicht auf Modecontests in Slimfit-Anzügen an. Qualität altert nicht, das ist der entscheidende Punkt."

Der FPÖ-Parteichef, der diesmal bereits zum vierten Mal zur Nationalratswahl antritt, meinte: "Ich vergleiche es immer auch mit Mick Jagger - er ist ein ewig jung Gebliebener, der bis heute auf den Tourneen extrem erfolgreich ist. Ich sage mit 48 Jahren: Ich komm' überhaupt erst ins politisch beste Alter."

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Redaktion
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