Mi, 13. Dezember 2017

Zahlreiche Tote

15.06.2017 08:15

Pfuscharbeiten schuld an der Feuerhölle in London?

Noch ist unklar, was das Feuer im 24-stöckigen Hochhaus mit 120 Wohnungen im Westen Londons, bei dem Dutzende Menschen ums Leben kamen, ausgelöst hat. Blitzartig breiteten sich die Flammen in der Nacht auf Mittwoch aus - obwohl das Gebäude aus den 1970er-Jahren erst kürzlich saniert wurde. Laut Anrainern habe es in der Vergangenheit mehrere Beschwerden über unzureichenden Brandschutz gegeben. Die Polizei bestätigte Mittwoch Abend die bisherige Zahl von 12 Todesopfern.

Knapp 70 Patienten wurden laut Angaben der Rettungskräfte in Spitälern behandelt, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Die Feuerwehr sucht weiter nach Eingeschlossenen. Trotz der Katastrophe blieb das Hochhaus bis zum Abend stabil genug, um darin nach eingeschlossenen Menschen zu suchen.

Laut britischen Medien sei das Hochhaus gerade erst für eine Millionensumme saniert worden, einschließlich der Fassade. Eine Bewohnervereinigung habe allerdings bereits vor einem Jahr vor der Gefahr eines Brandes im Hochhaus gewarnt. Unter anderem habe die Anbringung neuer Warmwasserbereiter in den Gängen vieler Wohnungen den Zugang zu diesen noch weiter verengt. "Die Möglichkeit, dass in der Eingangshalle ein Feuer ausbricht, ist fast unvorstellbar. Die Einwohner würden in dem Gebäude in der Falle sitzen, ohne jede Fluchtmöglichkeit", soll es in der damaligen Beschwerde geheißen haben.

Video: Großbrand in London kilometerweit zu sehen

Londons Feuerwehrchefin warnt vor Spekulationen
Londons Feuerwehrchefin Dany Cotton warnte Mittwochmittag bezüglich der möglichen Brandursache vor Spekulationen. "Wir werden in den kommenden Stunden und Tagen sorgfältig nach dem Grund für dieses Feuer suchen und untersuchen, was passiert ist." Zu diesem Zeitpunkt sei es aber falsch, über die Ursache zu spekulieren. Scotland Yard erklärte auf Anfrage, dass es sich nicht um einen Terroranschlag handle.

Bürgermeister verspricht umfassende Aufklärung
Londons Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden." Die entsetzlichen Bilder hätten ihn schwer getroffen. Khan sprach von einem "bedeutenden Vorfall" - eine Bezeichnung der britischen Behörden für eine Lage, die besondere Vorkehrungen durch einen oder mehrere Rettungsdienste erfordert.

Die Einsatzkräfte waren nach eigenen Angaben innerhalb von sechs Minuten am Ort des Geschehens. Der erste Notruf sei um 0.54 Uhr (Ortszeit) eingegangen, hieß es in einem Statement der Feuerwehr. Die Crews arbeiteten "unter extrem schwierigen Bedingungen, um Menschen zu retten und den Großbrand unter Kontrolle zu bekommen". Im Einsatz waren den Angaben nach 200 Feuerwehrkräfte und 40 Löschfahrzeuge.

Menschen sprangen aus Gebäude
Die Polizei twitterte, zahlreiche Verletzte würden behandelt. In dem Appartementhaus sollen viele Familien mit Kindern gelebt haben. Einwohner wurden gebeten, die Gegend nordwestlich des Hyde Parks zu meiden, eine Schule in der Nähe des brennenden Gebäudes blieb geschlossen. Augenzeugen hatten in der Nacht auf Twitter von Schreien berichtet. Menschen seien aus dem brennenden Gebäude gesprungen. Trümmerteile flogen aus dem Gebäude, wie ein dpa-Reporter berichtete. Hin und wieder knallte es in dem Gebäude. Die Polizei riegelte alle Wege hermetisch und weiträumig ab.

Franz Hollauf
Redakteur
Franz Hollauf
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