So, 17. Dezember 2017

Manchester-Terror

24.05.2017 23:05

Muslimischer Psychiater fordert Zuwanderungsstopp

Ein muslimischer Psychiater fordert angesichts des Terrordramas von Manchester einen Zuwanderungsstopp für islamische Migranten. Seiner Meinung nach habe die Öffentlichkeit ein Recht darauf, wegen des islamistischen Extremismus besorgt zu sein - vor allem weil der 22-jährige Brite mit libyschen Wurzeln, Salman Abedi, alle Kriterien eines "home-grown", also hausgemachten Terroristen, erfülle.

"Abedi wurde in Großbritannien geboren und ist auch dort aufgewachsen, aber britisch gefühlt hat er sich nie", schreibt Tanveer Ahmed, ein in Bangladesch geborener und nun in Sydney lebender Psychiater, in einem Kommentar für den "Spectator Australia".

Große libysche Flaggen hätten vor Abedis Haus geweht, Fahnen, die von den Nachbarn fälschlicherweise für die nach außen getragene Begeisterung für einen Fußballklub, etwa Tripoli United FC, gehalten worden seien.

Vor dem verheerenden Anschlag, bei dem nach einem Konzert von US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen starben und rund 60 verletzt wurden habe sich Salman Abedi verschlossen und sehr religiös gezeigt - laut dem Psychiater, der auch als Autor und TV-Moderator tätig ist, eigentlich wie aus dem "How to Spot a Radikal Islamist for Dummies"-Lehrbuch ("Wie man eine radikalen Islamisten erkennt - für Dummies").

Laut seinem Imam habe Abedi ein "Gesicht des Hasses" aufgezogen, wenn in der Moschee vor dem Islamischen Staat gewarnt worden sei. Man sollte diese Aussagen allerdings etwas skeptisch sehen, mahnt Tanveer Ahmed, "angesichts dessen, dass genau diese Moschee verdächtigt wurde, in der Vergangenheit Dschihadisten gesponsert zu haben".

Dass Abedi die Uni geschmissen habe, "ist ebenfalls wichtig", so Ahmed, unter anderem Autor des Buches "Fragile Nation: Vulnerability, Resilience and Victimhood" (Fragile Nation: Verletzlichkeit, Ausdauer und Opferrolle). "Viele Muslime sympathisieren mit den Zielen und Rechtfertigungen von Islamisten, wie verschiedene internationale Umfragen gezeigt haben, aber sobald sie sich Kompetenzen aneignen oder eine soziale Mobilität, verwässert für gewöhnlich jeder gegensätzliche Eifer."

Abedis Fall zeige "die Herausforderungen bei der Integration muslimischer Flüchtlinge in die moderne Welt auf". So sei es vor Jahrzehnten leichter gewesen, eine Arbeit zu finden, da es eine Fülle an Jobs für nicht ausgebildete Zuwanderer gegeben habe. "Heute ist es einfach schwieriger, sie zu integrieren und ihren sozialen Erfolg sicherzustellen."

Der "Multikulturalismus" sei gescheitert, die libysche Gemeinschaft in Manchester "ein klares Zeichen, dass die Jahrzehnte multikultureller Politik zur Absonderung geführt und in Stammesgebilden geendet haben". Er sehe deshalb vor allem im Nachhall des Terroranschlags von Manchester nur eine Möglichkeit: einen Zuwanderungsstopp.

Zuwanderungsstopp als kurzfristige Lösung
"Kurzfristig die Einwanderung aus muslimischen Ländern einzuschränken, ist vernünftig und wird auch von einer mehrheitlichen Meinung quer durch Europa unterstützt", so der Psychiater. Der Zulauf zu "lächerlicherweise rechtsextrem genannten Parteien" zeuge ebenfalls von dieser Unterstützung. Seiner Meinung nach sei es allerdings falsch, Parteien, die "demokratisch und nicht gewalttätig sind und von über einem Drittel der Bevölkerung unterstützt werden", rechtsextrem zu nennen.

Die nachhaltigere Lösung sei dann ein größerer Fokus auf islamische Reformen, vor allem eine Akzeptanz zu erreichen, "dass der Koran nicht als das tatsächliche Wort Gottes gesehen werden darf, sondern als ein Produkt der Geschichte" - wie die Torah, die nun als von Menschen gemacht und göttlich inspiriert angesehen werde. Stattdessen würden die Terroristen, die "einen islamischen Gott anbeten, dies mit einer höheren Intensität und Frömmigkeit tun als Anhänger anderer Religionen", so Ahmed, der anfügt: "Wie der Koran es klar auslegt, ist der Tod für sie der Pfad zu einem besseren Ort."

Heike Reinthaller-Rindler
Chefin vom Dienst
Heike Reinthaller-Rindler
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