Do, 23. November 2017

Fund auf 7950 m

24.05.2017 14:22

Alpindrama am Dach der Welt: Vier Bergsteiger tot

Drama am Mount Everest: Auf dem höchsten Berg der Welt sind erneut Todesopfer zu beklagen. Auf der Suche nach einem vermissten Bergsteiger haben Rettungskräfte im sogenannten Lager 4 in 7950 Metern Höhe vier Leichen entdeckt. Die Identität der Toten ist noch unklar, sie könnten bereits seit 2016 dort gelegen sein.

Die Rettungskräfte hatten eigentlich die Leiche eines Mannes aus der Slowakei gesucht, der am Wochenende ums Leben gekommen war. Unklar ist, unter welchen Umständen die vier Alpinisten starben. Das Camp 4 ist das höchstgelegene Lager, das von Kletterern auf dem Weg zum Gipfel genutzt wird. Es liegt bereits in der "Todeszone", wo der Sauerstoffmangel die Funktion der menschlichen Organe beeinträchtigt.

Ursprünglich hatte man die Leichen als die zweier ausländischer Bergsteiger und zweier Bergführer identifiziert. Diese fraglichen Personen seien jedoch inzwischen im Basislager des Berges angekommen, gab das zuständige nepalesische Ministerium bekannt. Die Identität der im Lager 4 gefundenen Toten ist damit weiter unklar. Möglicherweise könnte es sich um Bergsteiger handeln, die im vergangenen Jahr als vermisst gemeldet, aber bisher nicht gefunden worden waren.

Zahlreiche Bergsteiger wollten Wetterloch nutzen
Viele Bergsteiger nutzen derzeit eine Wetterberuhigung zum Gipfelsturm, nachdem die Saison bisher von wechselhaftem, sehr windigem und ungewöhnlich kaltem Wetter geprägt war. Allein am Montag wollten sich mehr als 100 Bergsteiger am Südhang des Mount Everest auf den Weg zum Gipfel machen, bevor das Wetter wieder umschlägt.

Erst am vergangenen Wochenende waren mindestens vier Bergsteiger ums Leben gekommen. Sie erlagen vermutlich der Höhenkrankheit. Damit erlebte das "Dach der Welt" sein tödlichstes Wochenende seit dem Lawinenunglück mit 18 Toten im Jahr 2015.

Heuer schon zehn Tote am Everest
Insgesamt starben heuer auf dem Mount Everest bereits zehn Bergsteiger, mehr als in der gesamten Saison 2016. Unter den Todesopfern ist auch der ehemals älteste Bezwinger des Everest, der sich seinen Rekord zurückholen wollte: Min Bahadur Sherchan. Die kurze Bergsteigersaison im Himalaya dauert von April bis Ende Mai, wenn die Wetterbedingungen am besten sind.

Blinder Tiroler erreichte Gipfel
Eine gute Nachricht kam am vergangenen Sonntag vom blinden Bergsteiger Andy Holzer: Der Tiroler erreichte mit seinen zwei Begleitern Wolfgang Klocker und Klemens Bichler den Gipfel des 8848 Meter hohen Mount Everest, wie er auf Facebook mitteilte.

"Die Emotionen überschlagen sich", schrieb Holzer. Nach seinen Angaben dauerte der Aufstieg rund zehn Stunden. Für Holzer war es der dritte Versuch, den Gipfel des Mount Everest zu erreichen. Der blinde Bergsteiger hat nun alle "Seven Summits", die höchsten Gipfel der sieben Kontinente, bezwungen.

Nepal hat heuer insgesamt 375 Lizenzen an ausländische Touristen für die Besteigung des Everest vergeben. Hinzu kommen noch rund 400 einheimische Bergsteiger, Führer und Gepäckträger.

 krone.at
Redaktion
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