Sa, 16. Dezember 2017

Im Dauerkonflikt

24.03.2017 07:30

78 Prozent der Kritik an der SPÖ kommt aus der ÖVP

Die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP befinden sich seit Anfang des Jahres im Dauerkonflikt und in einer Art Vorwahlkampf. Diesen Schluss lässt eine Medienmarktanalyse des Unternehmens media affairs zur wechselseitigen Kritik von SPÖ und ÖVP in Printmedien zu. Die meiste Kritik bekam Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern ab.

Auch wenn die Koalitionspartner rund um die jüngst losgetretene Neuwahldebatte den Willen zur Zusammenarbeit und zum Weitermachen wieder einmal betonten und manche Regierungsmitglieder meinten, dass die Stimmung in der Koalition gut sei und sogar besser werde, in der medialen Kommunikation der Parteien zeigt sich ein etwas anderes Bild. "Das Konfliktniveau für März ist schon mit Stichtag 15. März sehr hoch. Ein neuer Höhepunkt der wechselseitigen Kritik der Koalitionsparteien ist zu erwarten", heißt es in der Analyse von media affairs.

ÖVP attackiert SPÖ doppelt so oft wie umgekehrt
Die wichtigsten Ergebnisse: Bundeskanzler Kern wurde in den österreichischen Zeitungen deutlich stärker kritisiert als alle ÖVP-Regierungsmitglieder zusammen. 78 Prozent der Kritik an der SPÖ durch andere Parteien kommt vom Koalitionspartner ÖVP. Im Jänner und Februar war die Kritik der ÖVP an der SPÖ jeweils doppelt so stark wie umgekehrt.

Speerspitze der ÖVP-Angriffe gegen den Kanzler waren Innenminister Wolfgang Sobotka, Vizekanzler und Parteichef Reinhold Mitterlehner und Finanzminister Hans Jörg Schelling. Die Kritik an Kern fand in einem breiten Themenspektrum statt, attackiert wurde aber vor allem die Präsentation des "Plan A" sowie dessen Umsetzung in ein reformiertes Regierungsprogramm.

Mitterlehner außen vor, Sobotka und Kurz im Fokus
ÖVP-Chef Mitterlehner wurde hingegen von der SPÖ praktisch nicht medial kritisiert, und der Vizekanzler stand auch insgesamt kaum in der Kritik, ermittelte media affairs. Unter den ÖVP-Regierungsmitglieder befanden sich vor allem der umstrittene Innenminister sowie ÖVP-Zukunftshoffnung und Außenminister Sebastian Kurz im Fokus. Sie mussten sich nach Kern die meiste Kritik gefallen lassen.

Untersucht wurde die wechselseitige Kritik von SPÖ und ÖVP im Zeitraum 1. Jänner bis 15. März in der "Krone" und den weiteren österreichischen Tageszeitungen.

 krone.at
Redaktion
krone.at
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